Wirtschaft
Frewillig und zeitlich befristet ins Bamf: Die Post will im bürokratischen Brennpunkt der Flüchtlingskrise aushelfen.
Frewillig und zeitlich befristet ins Bamf: Die Post will im bürokratischen Brennpunkt der Flüchtlingskrise aushelfen.(Foto: picture alliance / dpa)

Freiwilliger Wechsel ins Bamf: Post-Mitarbeiter sollen Asylanträge abarbeiten

Ungewöhnliche Idee zur Bewältigung der Flüchtlingskrise: Um den riesigen Rückstau bei der Bearbeitung von Asylanträgen in Deutschland zu überwinden, bietet die Post eine Art Amtshilfe an. Wer freiwillig wechselt, kann mit einer Bamf-Zulage rechnen.

Die Deutsche Post schickt dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) Verstärkung: Einem Zeitungsbericht zufolge sollen 300 Post-Mitarbeiter das Bamf bei der Bearbeitung von Asylanträgen unterstützen.

In einer E-Mail würden Postbeamte aus dem gehobenen Dienst aufgerufen, für sechs bis zwölf Monate freiwillig zum Bamf zu wechseln, berichtete die Zeitung "Bild am Sonntag". Für den Wechsel werde eine Zulage angeboten. Eine Stellungnahme der Post liegt zunächst nicht vor.

Der Rückstau bei der Bearbeitung von Asylanträgen stellt das Nürnberger Bundesamt vor enorme Herausforderungen: Beim Bamf warten dem Bericht zufolge weiterhin mehr als 770.000 Asylanträge auf eine Entscheidung. Bislang müssen die Betroffenen in der Regel mehr als ein halbes Jahr warten, bis klar ist, ob sie das Land wieder verlassen müssen. Hinter jedem einzelnen Antrag stehen schwierige Einzelschicksale aus Kriegsgebieten ebenso wie Fälle von wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit im Heimatland oder lebensbedrohliche politische Verfolgung.

Die rasche Bearbeitung dieser Fälle gilt als Schlüssel zur Bewältigung der Flüchtlingskrise - und im Fall eines positiven Bescheids als erster Schritt für eine gelungene Integration. Anträge aus Asylbewerbern aus den drei Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien will das Amt einem internen Schreiben zufolge bereits bis zum 10. März abgearbeitet haben. Bewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten können in Deutschland in der Regel nicht auf Asyl hoffen. Laut einem Behördensprecher handelt es sich bei Fällen aus der Maghreb-Kategorie bis Ende Januar allerdings um lediglich 6880 Anträge.

Um den Rückstau bei den Asylentscheidungen aufzulösen, hat Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise die Planstellen im Bundesamt bereits erheblich aufgestockt. Bis Ende April will er alle offenen Stellen in der Behörde besetzen. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, lobte den Aufruf bei der Post. Dieser sei "nicht anrüchig", sagte er der Zeitung. Entscheidend sei, dass ab Mai alle Stellen beim Bamf besetzt seien.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen