Wirtschaft
(Foto: picture alliance / Martin Schutt)
Montag, 06. November 2017

Kritik an Großkunden-Rabatt: Post droht Ärger mit Bundesnetzagentur

Unternehmen, die im im großen Stil Briefe versenden, bietet die Deutsche Post einen Preisnachlass. Der Großkundenrabatt wird künftig aber an Bedingungen geknüpft. Die Bundesnetzagentur prüft, ob sie deshalb ein Verfahren einleitet.

Die Bundesnetzagentur nimmt die Preisgestaltung der Deutschen Post für ihre Großkunden unter die Lupe. Nach zahlreichen Kundenbeschwerden hat sie eine Untersuchung zu dem neuen "Infrastrukturrabatt" der Post eingeleitet, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Dieser werde Geschäftskunden wie Behörden, Versicherungen und Unternehmen gewährt, wenn diese in neue Software und Technik investieren, was dem Konzern helfen soll, den Briefversand zu optimieren und die eigenen Kosten zu verringern.

Grundvoraussetzung für diesen Zusatzrabatt sei die Anbindung der Kunden an das Auftragsmanagement-Portal der Deutschen Post und eine Aufrüstung der Frankiermaschinen, schreibt die FAZ. Sendungen müssten etwa eine neue digitale Frankier-ID vorweisen, um sie leichter verfolgen zu können. Großversendern, die zu diesen Investitionen nicht bereit seien, wolle die Post den bisher üblichen Mengenrabatt zum Jahreswechsel um 3 Prozentpunkte kappen.

Die Bundesnetzagentur habe in einem ersten Schritt eine Umfrage bei Postkonkurrenten, Großkunden und Herstellern von Frankiermaschinen durchgeführt, schreibt die Zeitung.
Ein Sprecher der Bundesnetzagentur bestätigte, dass die Behörde den Sachverhalt aufgrund von Beschwerden untersuche. "Dies sind allerdings Vorermittlungen, noch nicht die Einleitung eines förmlichen Verfahrens", sagte er.

Ob dies eröffnet werde, werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, wenn sich herausstelle, ob die Beschwerden substantiiert genug für ein Verfahren seien. Dazu, wann eine solche Entscheidung zu erwarten sei oder wie viele Beschwerden eingegangen seien, wollte er sich nicht äußern. Bei der Deutschen Post war kurzfristig niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle: n-tv.de

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