Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Solide Zahlen: Postbank pudert sich für Börsengang

Bei der Umgestaltung der Deutschen Bank soll auch die Tochter Postbank losgeschlagen werden. Am wahrscheinlichsten ist ein Gang aufs Parkett. Das zurückliegende Jahresviertel könnte das Haus für Investoren durchaus interessant erscheinen lassen.

Die Postbank macht sich mit einem Gewinnsprung fit für die Börse. Nach Steuern verbesserte sich das Ergebnis im dritten Quartal um 85 Prozent auf 140 Millionen Euro. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) liegt aktuell bei 3,1 Prozent und damit erstmals über der Marke von 3 Prozent. Sehr gut lief es im vergangenen Vierteljahr beim Kreditgeschäft, insbesondere in der Baufinanzierung.

Mit den starken Zahlen empfiehlt sich die Postbank den Investoren. Noch gehört der Bonner Konzern zur Deutschen Bank. Diese will sich aber selbst schlanker aufstellen und sich von ihrer Tochter trennen. Ein Verkauf ist zwar nicht ausgeschlossen, doch momentan stehen alle Zeichen auf Börsengang. Hierfür bringt Vorstandschef Frank Strauß die Postbank in Position. Strauß kündigte an, die anstehenden Hausarbeiten so zügig wie möglich abzuschließen. "Wir sind noch nicht am Ende des Weges angekommen, es gibt noch etwas zu tun", sage er. Oben auf seiner Liste steht die Automatisierung in den Postbankfilialen.

Bilanzsummer reduziert

Zudem will er die Bilanzsumme der Postbank weiter senken. Diese betrug Ende September 151,7 Milliarden Euro. Zum Ende vergangenen Jahres lag sie noch bei 155,5 Milliarden Euro. Dieser Rückgang hängt im Wesentlichen mit dem Abbau von Risikopositionen zusammen.

Mit dem Abbau fauler Kredite kommt die Postbank gut voran. Entsprechend sank die Risikovorsorge im dritten Quartal um elf Prozent auf 64 Millionen Euro. Auch der hohe Anteil gut besicherter deutscher Immobilienfinanzierungen und das gesamtwirtschaftliche Umfeld machten sich positiv bei der Risikovorsorge bemerkbar.

Der Provisionsüberschuss sank um sieben Prozent auf 209 Millionen Euro. Das Ergebnis wurde von neuen Verträgen mit der Post getrübt. Als ehemaliges Tochterunternehmen hatte die Postbank viele Jahre besondere Konditionen bekommen, wenn sie in ihren Filialen das klassische Post-Geschäft mit Paketen oder Briefmarken abwickelte. Das ist nun nicht mehr der Fall. Insgesamt stammten zuletzt 10 Prozent der Erträge daraus. Jetzt bekommt die Postbank niedrigere Provisionen von der Post als zuvor. Das will Strauß mit einer stärkeren Automatisierung in den Griff bekommen.

Den Zinsüberschuss konnte die Postbank trotz historisch niedriger Zinsen mit 625 Millionen Euro stabil halten. Das gelang hier mit Hilfe von margenstarkem Neugeschäft in der Baufinanzierung und im Ratenkreditgeschäft.

Kraftakt Entflechtung

Die Prognose ist gemischt. Für das Gesamtjahr rechnet die Tochter der Deutschen Bank mit einem leicht höheren Nachsteuergewinn. Der Anstieg wird im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Das ist etwas zuversichtlicher als die bislang gemachte Prognose. Wegen der nicht wiederkehrenden positiven Sondereffekte aus der Entkonsolidierung der Servicegesellschaften im Vorjahr erwartet die Postbank weiterhin einen Rückgang des Vorsteuerergebnisses, nunmehr um rund 100 Millionen Euro. Das liegt etwas über dem bisher erwarteten höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Die Entflechtung vom Mutterkonzern bis Ende 2016 ist ein Kraftakt für beide Seiten. Wie teuer das sein wird, ist noch nicht präzise vorhersehbar. Die Postbank muss möglicherweise ihre Prognose deswegen anpassen. Sowohl vor als auch nach Steuern könnten sich positive oder negative Abweichungen in bis zu dreistelliger Millionenhöhe ergeben. Auch die Eigenkapitalrendite und Schaden-Kosten-Quote könnte hiervon beeinflusst werden.

Quelle: n-tv.de

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