Wirtschaft
Praktiker steht vor einem grundlegenden Umbau.
Praktiker steht vor einem grundlegenden Umbau.(Foto: picture alliance / dpa)

Grünes Licht für Kapitalerhöhung : Praktiker kann loslegen

Früher als erwartet billigt das Oberlandesgericht Saarbrücken die Beschlüsse zur Kapitalerhöhung bei Praktiker. Die neuen Aktien dürften zu mindestens 1,08 Euro ausgegeben werden. Die angeschlagene Baumarktkette benötigt das Geld für den Umbau.

Der Startschuss für die rettende Kapitalerhöhung des Hamburger Baumarktkonzerns Praktiker steht unmittelbar bevor. Nach der Freigabe der Beschlüsse der Hauptversammlung durch das Oberlandesgericht Saarbrücken werde Praktiker mit der 60 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung "unverzüglich" loslegen, sagte ein Sprecher des im SDax notierten Unternehmens. Einer Umsetzung noch in diesem Jahr stehe nichts mehr im Wege.

Alle 21 Aktionäre, die gegen die Beschlüsse zur Kapitalerhöhung geklagt hatten, hätten die vorzeitige Freigabe nun anerkannt, hatte das Gericht mitgeteilt. Die Kläger hatten dem Unternehmen vorgeworfen, sie auf der Hauptversammlung Anfang Juli mit einem alternativlosen Sanierungskonzept unter Druck gesetzt und nicht ausreichend über die Lage des Unternehmens informiert zu haben. Eigentlich wollte das Gericht erst am Freitag über den Freigabeantrag entscheiden.

Die neuen Aktien dürften zu mindestens 1,08 Euro ausgegeben werden. Das ist der Betrag, für den die österreichische Donau Invest und die Hamburger Privatbank Berenberg die Anteilsscheine zeichnen würden, wenn andere Aktionäre nicht zugreifen. Der Eigentümer von Donau Invest ist Alain de Krassny, der Ehemann der Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die auch den zyprischen Praktiker-Großaktionär Maseltow vertritt. Berenberg organisiert die Kapitalerhöhung und garantiert zugleich 25 Millionen Euro.

Praktiker braucht das Geld, um den grundlegenden Umbau des verlustreichen Konzerns zu finanzieren. Kern des Konzepts ist die Umwandlung eines Großteils der mit einer Billig-Strategie gescheiterten "Praktiker"-Märkte in "Max Bahr"-Baumärkte. Die zweite Marke des Konzerns ist im höheren Preissegment angesiedelt und setzt auf Service.

Quelle: n-tv.de

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