Wirtschaft
Für Butter und andere Milchprodukte zahlt der Verbraucher mehr als vor einem Jahr.
Für Butter und andere Milchprodukte zahlt der Verbraucher mehr als vor einem Jahr.(Foto: imago/Anka Agency International)
Freitag, 11. August 2017

Butter deutlich teurer: Preise ziehen leicht an - Energie moderat

Im Urlaubsmonat Juli mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. So wurde bei Einkäufen mehr fällig. Aber auch bei Reisebuchungen. Für die Währungshüter indes rückt das Inflationsziel wieder etwas in die Ferne.

Teurere Lebensmittel und Pauschalreisen haben die Inflation in Deutschland im Urlaubsmonat Juli leicht ansteigen lassen. Die Verbraucherpreise zogen um durchschnittlich 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat an, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit wurde eine vorläufige Schätzung bestätigt. Im Juni lag die Rate mit 1,6 Prozent noch einen Tick niedriger. Auf Monatssicht erhöhten sich die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft um 0,4 Prozent.

Vor allem für Nahrungsmittel (plus 2,7 Prozent zum Vorjahr) mussten die Bürger tiefer in die Taschegreifen. "Damit liegt der Preisanstieg für Nahrungsmittel auch im Juli 2017 deutlich über der Gesamtteuerung", erklärte die Behörde. Preissprünge gab es bei Butter (plus 64,0 Prozent), insgesamt wurden Speisefette und -öle um 29,2 Prozent teurer. Auch für Molkereiprodukte mussten die Menschen in Deutschland deutlich mehr zahlen als vor einem Jahr (plus 14 Prozent).

Deutlichere Spuren im Portemonnaie hinterließen ferner Kaltmieten (plus 1,8 Prozent) und Pauschalreisen (plus 4,3 Prozent). Raucher mussten für Tabakwaren 4,5 Prozent mehr ausgeben. Bei Energie, die sich noch Anfang des Jahres als Preistreiber erwiesen hatte, war der Anstieg mit 0,9 Prozent vergleichsweise moderat. Sprit, leichtes Heizöl, und Strom verteuerten sich, Gas wurde sogar billiger.

Energiepreise mit abnehmenden Effekten

"Der Energieeffekt läuft aus: Die Inflation wird dadurch nicht mehr angetrieben", erklärte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. Vorerst sei daher nicht damit zu rechnen, dass sich die Teuerung auf die von der EZB angepeilte Marke zubewege, oder sich gar dort festsetze.

Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, die sie für die Konjunkturentwicklung als ideal ansieht. Zuletzt lag sie im Euroraum aber nur bei 1,3 Prozent. "Das Zwei-Prozent-Ziel ist noch in weiter Ferne", so Kipar. Er verweist auf den starken Euro, durch den Importgüter günstiger werden. Dies wirkt tendenziell dämpfend auf die Preisentwicklung.

Der Experte geht davon aus, dass die EZB frühestens Anfang 2019 ihr Ziel erreichen wird. Im Herbst will der EZB-Rat über mögliche Änderungen am Kurs der Notenbank diskutieren. Volkswirte erwarten, dass die EZB schrittweise zunächst ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm zurückfahren und dann - womöglich erst 2019 - die Zinsen allmählich anheben wird.

Quelle: n-tv.de

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