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Nachfrage sinkt auf niedrigsten Stand seit Jahren: "2013 mit Abstand schlimmstes Gold-Jahr"

Allein im April fällt der Goldpreis in zwei Tagen um 200 US-Dollar. Auslöser sind gute Konjunkturdaten, die Erwartung weckten, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe reduzieren könnte. Während große Fonds aussteigen, stützen Käufe von Kleinanlegern den Preis noch, können den Abwärtstrend aber nicht stoppen - bis jetzt. Rohstoff-Experten sind entsprechend zuversichtlich.

Die weltweite Goldnachfrage ist im 2. Quartal deutlich gesunken. Nach Aussagen des World Gold Council (WGC) lag sie 12 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Unter Berücksichtigung des Preisrückgangs habe der Bedarf mit 856 Tonnen den niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht.

Eine Ursache waren den Angaben zufolge Verkäufe börsengehandelter Fonds, sogenanntener ETFs, die sich nach dramatischen Preisrückgängen von dem Edelmetall trennten. Mehr als 400 Tonnen betrugen die Abflüsse. Die Zentralbanken verringerten zwar nicht ihre Bestände, dafür aber ihre Käufe deutlich: um mehr als 93 Tonnen. Preisstützend wirkte dagegen eine höhere private Nachfrage, etwa nach Goldschmuck, besonders aus Asien.

Fritsch: "Goldpreis wird wieder steigen"

Das WGC hofft nach den Worten seines für Investitionen zuständigen Vorstands Marcus Grubb, dass sich der Goldmarkt nach dem Ausscheiden vieler Investoren wieder stabilisiert. Er rechne damit, dass im nächsten Jahr wieder stärker jene Faktoren zum Tragen kämen, die die langfristige Goldnachfrage stützten, sagte er.

Ähnlich äußerte sich auch Rohstoffexperte Carsten Fritsch im n-tv.de-Interview. Er sieht vor allem China als stabilisierenden Faktor. Fritsch schränkte aber ein: "Der Goldpreis wird auf Sicht von drei bis sechs Monaten nicht wieder das Niveau von Anfang des Jahres erreichen."

Schlimmstes Jahr für den Goldpreis

Im April war der Preis einer Feinunze (31,1 Gramm) Gold in zwei Tagen um 200 US-Dollar gefallen. Auslöser waren laut WGC gute Konjunkturdaten, die die Erwartung weckten, dass die Fed ihre Anleihekäufe reduzieren werde. Die mit diesen Käufen erzeugte Liquiditätsschwemme hatte Inflationssorgen ausgelöst und bis dahin den Goldpreis gestützt.

Wie aus den aktuellen Daten des Council hervorgeht, entzogen die Investoren den börsengehandelten Fonds Mittel im Gegenwert von 402 Tonnen Gold. Das sei 400 Mal mehr als im zweiten Quartal 2012 gewesen. 2013 sei mit Abstand das schlimmste Jahr für den Goldmarkt gewesen, sagte Grubb.

Am Donnerstag legte der Preis für eine Feinunze Gold um 0,3 Prozent auf 1338,20 Dollar zu.

Quelle: n-tv.de

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