Wirtschaft

IPO verschobenPrime Office wagt's nicht

22.06.2011, 13:47 Uhr

Das Frankfurter Parkett ist für Prime Office in diesen Tagen zu glatt. Bei der Münchner Immobilienfirma bekommt man wegen der unruhigen Märkte im Gefolge der Griechenland-Krise kalte Füße. Dem Unternehmen gehören 14 Büroimmobilien in Deutschland im Gesamtwert von knapp einer Milliarde Euro.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Börsengang der Münchner Büroimmobilienfirma Prime Office ist geplatzt. Das Unternehmen blies die Pläne im letzten Moment ab und begründete dies mit den volatilen Märkten im Zuge der Griechenland-Krise. Eigentlich sollten die Aktien am Freitag erstmals gehandelt werden. Ob und wann ein neuer Anlauf gestartet wird, ließ das Management offen.

"Wir wollen den Markt so schnell wie möglich über unsere weiteren Schritte informieren", sagte ein Sprecher lapidar. Nach der Berliner GSW wäre Prime Office mit einem Emissionsvolumen von bis zu 400 Millionen Euro der zweite größere Börsengang einer Immobiliengesellschaft in Deutschland in diesem Jahr gewesen.

Dass der Plan nun nicht aufgeht, ist in doppelter Hinsicht ein Rückschlag. Prime Office liebäugelt seit 2007 mit einem Börsengang und sattelte dafür zuletzt sogar auf ein neues Bankenkonsortium um: Unicredit und Berenberg sollten das Unternehmen an die Börse bringen. Zum anderen wollte das Unternehmen als steuerbegünstigte Gesellschaft (REIT) auf das Parkett. Diese Anlageklasse hat sich in Deutschland bislang nicht durchgesetzt - es gibt hierzulande gerade einmal drei dieser börsennotierten Immobilienfonds.

Doch die Anleger konnten sich für die Prime-Office-Aktien, angeboten in einer Preisspanne zwischen 7,00 und 9,50 Euro, Finanzkreisen zufolge nicht erwärmen. "Es lief nicht so richtig", sagte einer der Insider. Den Investoren sei aufgestoßen, dass ein Großteil des Emissionserlöses in den Schuldenabbau fließen sollte, sagte ein anderer. Für Analyst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe spielte eine ganze Reihe von Belastungsfaktoren zusammen: "In volatilen Zeiten sind die Investoren noch kritischer als sonst."

Auslaufende Mietverträge machen Sorgen

Prime Office wollte sowohl Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre - Investoren von zehn geschlossenen Fondsgesellschaften - sowie neue Papiere aus einer Kapitalerhöhung platzieren. Dem 2007 gegründeten Unternehmen gehören 14 Büroimmobilien in Deutschland im Gesamtwert von knapp einer Milliarde Euro, darunter auch das neue Hochhaus des Süddeutschen Verlags in München.

Der Leerstand geht zwar gegen Null. Doch drei größere Mietverträge laufen in den nächsten Jahren aus.

Quelle: rts