Wirtschaft
So sieht der neue 4er aus: BMW ist für die Zukunft gerüstet.
So sieht der neue 4er aus: BMW ist für die Zukunft gerüstet.(Foto: BMW)

Sattes Plus für Chef Reithofer: Prognose befeuert BMW-Aktie

Wäre die sinkende Marge nicht, BMW könnte mit 2013 rundherum zufrieden sein. So bleiben Baustellen im laufenden Jahr. Am Ende sollen Rekordwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn stehen - trotz der Unsicherheiten im Markt. Die Anleger glauben daran, die Aktie ist im Höhenflug.

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Das Rekordjahr von BMW wirkt sich auch auf die Entlohnung von Konzernchef Norbert Reithofer aus. Seine Gesamtbezüge kletterten auf über sieben Millionen Euro - 6,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie aus dem Geschäftsbericht des Dax-Konzerns hervorgeht. Gleichzeitig blickt der Weltmarktführer bei Oberklassemodellen sehr optimistisch ins laufende Jahr - und das verzückt die Anleger, die die Aktie im deutschen Leitindex Dax zum Top-Gewinner machen.

Reithofers Grundgehalt blieb unverändert bei 1,5 Millionen Euro, während seine variablen Bezüge nach oben schnellten. Er verdient trotz des Zuwachses aber immer noch weniger als die Chefs der Konkurrenten: Dieter Zetsche erhielt bei Daimler im vergangenen Jahr 8,25 Millionen Euro, ein Plus zum Vorjahr von 100.000 Euro. Das Gehalt von VW-Konzernlenker Martin Winterkorn stieg 2013 auf 15 Millionen Euro. 2012 hatte er eine halbe Million weniger kassiert.

Rekordfahrt soll weitergehen

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BMW hatte im vergangenen Jahr den Konzerngewinn leicht gesteigert - etwa neue Rekordwerte beim Absatz erzielt - pro verkauftem Auto blieb allerdings weniger hängen als zuvor und auch weniger als beim Rivalen Audi. Für die Mitarbeiter wurde die Erfolgsbeteiligung um 6,7 Prozent auf 8140 Euro angehoben. Die Bezüge des gesamten BMW-Vorstands stiegen 2013 um fast zehn Prozent auf 34,5 Millionen Euro, hinzu kommen noch Alters- und Hinterbliebenenversorgung.

Der Münchener Konzern will nach den Rekordzahlen 2013 auch in diesem Jahr neue Bestmarken setzen und die Rivalen Mercedes und Audi weiter auf Distanz halten. Bis zum Dezember will BMW mehr als zwei Millionen Autos verkaufen - und damit ein wichtiges Etappenziel deutlich früher erreichen als zuvor geplant. Auch der Gewinn vor Steuern soll stark zulegen.

"Sie sehen: Wir blicken mit Zuversicht in das Geschäftsjahr 2014", sagte Konzernchef Reithofer bei der Vorlage der Jahresbilanz. Das große Ziel: Bis 2020 will der Oberklasse-Hersteller Branchenführer bleiben.

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Der Auftakt in diesem Jahr sei bereits gelungen, sagte Reithofer. In den ersten beiden Monaten habe der Konzern weltweit rund 274.000 Autos verkauft. "Das ist der bisher beste Start in ein neues Jahr." Im zweiten Halbjahr soll sich das Wachstum weiter beschleunigen.

"Alles ist fragil"

Dennoch blieben natürlich Risiken, betonte Reithofer. BMW beobachte die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen genau: "Alles ist fragil. Die Dinge können sich jederzeit ändern." Dabei könne sich der Autobauer aber auf eine langfristige Strategie verlassen, die helfe, die vielen Unwägbarkeiten auf der Welt auszugleichen. "Herausforderungen betrachten wir als Chancen", erklärte Reithofer.

Herausfordernd waren die Umstände im vergangenen Jahr allemal. Der starke Euro bremste die Zuwächse durch Umrechnungseffekte ab. Und auch der sogenannte Modellmix hinterließ Spuren in der Bilanz, denn besonders gut liefen vor allem kleinere Modelle, die weniger Geld abwerfen.

Dazu buhlen die Hersteller in schwierigen Märkten wie den gebeutelten europäischen auch mit Preisnachlässen um Kunden. Zwar sind Oberklasse-Anbieter mit Rabatten eher vorsichtig, um das Image nicht zu schädigen. Dennoch drückt der harte Wettbewerb den Gewinn.

Diese Schwierigkeiten zeigten sich im Ertrag vor Zinsen und Steuern in der Autosparte. Dieser sackte im vergangenen Jahr um mehr als 12 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden Euro ab. Dass unter dem Strich - anders als bei Audi - ein Rekordgewinn steht, verdankt BMW neben den guten Geschäften seiner Finanzsparte auch dem Motorradgeschäft.

Auch auf zwei Rädern erfolgreich

Das Zweiradgeschäft macht den Münchnern nach teuren Umbauten jetzt wieder Freude. 115.215 verkaufte Motorräder sorgten für einen Absatzrekord, der Gewinn vervielfachte sich nach der kostenintensiven Neuausrichtung vor Zinsen und Steuern auf 79 Millionen Euro. Die Zahl der verkauften Autos kletterte um gut 6 Prozent auf 1,96 Millionen Stück. In jeder Stunde verkauften die Münchner damit 224 Fahrzeuge.

Insgesamt verdiente der Konzern unterm Strich 5,3 Milliarden Euro, 4,5 Prozent mehr als 2012. Der Umsatz lag angesichts des starken Euro mit gut 76 Milliarden Euro ganz leicht unter dem Wert des Vorjahres.

Aktie im Höhenflug

Kein Wunder also, dass es mit der BMW-Aktie kräftig aufwärts ging: Der Autokonzern habe nach eigenen Aussagen mit hohen Investitionen die Voraussetzungen für kräftiges Wachstum geschaffen und rechne nun mit einem deutlich höheren Gewinn, hieß es am Markt. Die Aktie schoss zeitweise um fast 8 Prozent nach oben - und damit an die Spitze der Dax-Gewinner.

"Die Aussagen sind sehr positiv", sagte ein Händler. Der Markt hätte sich schon gefreut, wenn sie gesagt hätten, sie könnten die Gewinne leicht steigern", erläuterte Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler und ergänzte: "Da der Markt nur mit einem leichten Gewinnwachstum rechnet, könnten nun die Gewinnschätzungen angehoben werden". Pieper empfiehlt BMW-Titel zum Kauf mit einem Kursziel von 88 Euro. Derzeit notierten sie um 86,70 Euro.

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Quelle: n-tv.de

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