Wirtschaft
Ehemalige Bank-of-Cyprus-Kunden machen ihrem Ärger Luft.
Ehemalige Bank-of-Cyprus-Kunden machen ihrem Ärger Luft.(Foto: AP)

Demonstranten werfen Steine: Proteste bei Ackermann-Wahl

Als Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann zum Verwaltungsratschef der Bank of Cyprus gekürt werden soll, stören Demonstranten die Veranstaltung. Die Ankunft des zyprischen Finanzministers macht die ehemaligen Bank-Kunden besonders wütend.

Drinnen scheint die Stimmung deutlich besser gewesen zu sein: Josef Ackermann (r) neben US-Investor Wilbur Ross.
Drinnen scheint die Stimmung deutlich besser gewesen zu sein: Josef Ackermann (r) neben US-Investor Wilbur Ross.(Foto: dpa)

Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann soll die Bank of Cyprus aus der Krise führen. Als die zur Hauptversammlung zusammengerufenen Aktionäre Ackermann jedoch zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates wählen wollten, wurden sie zunächst durch heftige Proteste gestört. Rund 300 Demonstranten versammelten sich vor der Bank, einige warfen laut Augenzeugenberichten auch Steine. Einer Handvoll Demonstranten gelang es, ins Innere des Bankgebäudes im Zentrum der zyprischen Hauptstadt Nikosia vorzudringen. Berichte über Verletzte oder Festnahmen gab es zunächst nicht.

Besonders wütend reagierten die Demonstranten, als der zyprische Finanzminister Harris Georgiades die Bank betrat. "Wir wollen unser Geld zurück", riefen sie. Viele von ihnen waren Kunden der Bank of Cyprus gewesen, die 2013 nur gerettet wurde, nachdem Großsparer gezwungen worden waren, sich mit 47,5 Prozent ihrer Guthaben über 100.000 Euro zu beteiligen. Die Bank of Cyprus musste zudem die Laiki-Bank abwickeln. Im Gegenzug erhielt sie einen Kredit in Höhe von zehn Milliarden Euro.

Die Bank hat seitdem ihr Kapital auf eine Milliarde Euro erhöht und versucht, ihren Bestand an faulen Krediten zu reduzieren. Derzeit ist bei rund der Hälfte der vergebenen Kredite unsicher, ob sie jemals zurückgezahlt werden.

Ackermann will nun bei der Krisenbewältigung mit anpacken. Zur Begründung für Ackermanns Engagement hatte es aus seinem Umfeld geheißen: "Das ist eine konkrete Fortsetzung dessen, was er bei der Deutschen Bank betrieben hat: sein Engagement für Europa. Europa war ihm immer nah." Der Manager hatte Ende Mai 2012 nach zehn Jahren die Führung der Deutschen Bank abgegeben.

Quelle: n-tv.de

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