Wirtschaft
Puma will seine Krise überwinden und im laufenden Jahr wieder so richtig durchstarten.
Puma will seine Krise überwinden und im laufenden Jahr wieder so richtig durchstarten.(Foto: picture alliance / dpa)

Wieder Gewinneinbruch: Puma gerät ins Straucheln

Puma ist in der Krise: Die Gewinne des drittgrößten Sportartikelherstellers schmelzen dahin. Der Weltkonzern aus Herzogenaurach wird gerade umgebaut, verschlankt, und auf Effizienz getrimmt - das kostet. Für zusätzliches Seitenstechen sorgt die Führungskrise.

Beim Sportartikelhersteller Puma ist der Gewinn im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen. Hohe Kosten für den derzeit laufenden Konzernumbau sowie die Konsumflaute im von der Schuldenkrise gebeutelten Europa setzen der weltweiten Nummer drei der Branche zu. Unter dem Strich sank der Gewinn auf 70,2 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte Puma noch rund 230 Mio. Euro verdient. Auch operativ zeigte die Kurve nach unten: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) schmolz um Sondereffekte bereinigt um knapp 13 Prozent auf 290,7 Mio. Euro. Der Umsatz legte hingegen um 8,7 Prozent auf den Rekordwert von 3,27 Mrd. Euro zu.

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Den Gewinnrückgang werden auch die Aktionäre zu spüren bekommen. Die Dividende, die im Vorjahr noch bei 2 Euro lag, wird auf 50 Cent je Aktie zusammengestrichen. Betroffen davon ist davon in erster Linie der französische Luxus- und Lifestylekonzern PPR, dem über 80 Prozent der Aktien gehören.

Wie schon in den vergangenen Jahren konnte Puma auch im vierten Quartal die Umsätze steigern, und zwar um 11,7 Prozent auf 804,7 Mio. Euro. Das war deutlich besser als am Markt erwartet worden war. Die Ergebnisentwicklung konnte damit aber einmal mehr nicht Schritt halten: Das Unternehmen rutschte 42,6 Mio. Euro tief ins Minus. Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 20 Mio. Euro gerechnet. Die Rohertragsmarge sank aufgrund von Abverkäufen auf 44,6 Prozent.

Kein neuer Chef in Sicht

Puma steckt in einer tiefen Krise. Schon im vergangenen Jahr brach der Gewinn des Branchendritten von Quartal zu Quartal immer weiter ein - und das in einer Zeit, in der der Konzern ohnehin grundlegend umgebaut wird. Die Folge: Ein striktes Sparprogramm und Stellenkürzungen. Im Dezember wurde noch dazu bekannt, dass Kurzzeit-Chef Franz Koch in Kürze seinen Abschied nehmen wird. Sechs Wochen vor seinem Abschied ist noch kein Nachfolger gefunden. Der Konzern werde deshalb ab April übergangsweise von Finanzvorstand Michael Lämmermann und Vertriebsvorstand Stefano Caroti geleitet, sagte Koch.

Puma hatte sich unter dem vorherigen Vorstandschef Jochen Zeitz vom Pleite-Kandidaten zu einem prosperierenden Unternehmen entwickelt. 18 Jahre lang war Zeitz am Ruder, bevor er die Verantwortung im Juli 2011 an seinen Zögling Koch abgab und in den Verwaltungsrat wechselte. Der damals erst 32 Jahre alte Strategiespezialist Koch erbte eine Menge Probleme: Zeitz hatte vor allem auf Wachstum gesetzt. Die Produktions-, Vertriebs- und Organisationsstrukturen kamen bei diesem rasanten Tempo nicht mit.

Um die Kräfte zu bündeln, führt Koch ein regionales Geschäftsmodell ein und passt das Netz an Lagern der neuen Struktur an. Zudem konzentriert sich Puma unter Koch auf einige wenige Hauptkategorien wie Teamsport, Running oder Lifestyle. Seither wird darüber gerätselt, was der französische Mehrheitsaktionär PPR mit Puma vorhat.

Zuletzt hielten die Pariser rund 82 Prozent der Anteile an den Franken, die derzeit wegen der Personalumbrüche als nahezu gelähmt gelten - in einer Zeit, in der die Konkurrenz jeden Vorsprung nutzt und in der unter anderem Entscheidungen für die umsatzträchtige Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien getroffen werden müssen.

Quelle: n-tv.de

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