Wirtschaft
Russlands Präsident Wladimir Putin und Gazprom-Chef Alexei Miller: Der Staatskonzern hat für die Ukrainekrise schon vorgesorgt.
Russlands Präsident Wladimir Putin und Gazprom-Chef Alexei Miller: Der Staatskonzern hat für die Ukrainekrise schon vorgesorgt.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Politische Preise für Kiew: Putin bringt Gazprom in Schwierigkeiten

Der russische Gasriese Gazprom lässt Federn: Weil Putin den Gaspreis für die moskautreue Regierung Janukowitschs senkte, gibt es im vergangenen Jahr ein dürftiges Ergebnis. Auch die Zahlen für dieses Jahr leiden unter dem Streit mit dem Nachbarn.

Der Ukraine-Konflikt spiegelt sich auch in der Bilanz des russischen Energiekonzerns Gazprom wider. Nach den erst jetzt veröffentlichten Zahlen vom Jahresanfang fiel der Nettogewinn im ersten Quartal um 41 Prozent auf umgerechnet 4,6 Milliarden Euro, obwohl der Umsatz um rund sieben Prozent auf 32,3 Milliarden Euro stieg.

Hintergrund sei neben dem schwächeren Rubel eine Senkung des Gaspreises für die Ukraine in dieser Zeit um ein Drittel, teilte das staatlich kontrollierte Unternehmen mit. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Gaspreis gekürzt, nachdem sich der Nachbarstaat von einem Assoziierungsabkommen mit der EU zurückzog. Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hob Gazprom den Preis im April wieder um 80 Prozent an.

Die geschäftliche Entwicklung im zweiten Quartal dürfte daher vor allem auch deswegen spannend sein, weil Gazprom im Streit über den Preis und unbezahlte Rechnungen im Juni die Lieferungen an die Ukraine stoppte. Die um eine EU-Annäherung bemühte Regierung in Kiew wirft Russland eine politisch motivierte Gaspreiserhöhung vor und hat das Abkommen mit der EU inzwischen unterzeichnet. Gazprom erklärte, der Konzern habe wegen ukrainischer Außenstände vorsorglich 1,5 Milliarden Euro zurückgelegt.

Quelle: n-tv.de

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