Wirtschaft
(Foto: Reuters)

Zerschlagung abgewendet: RBS gliedert Giftpapiere in Bad Bank aus

Mit 46 Milliarden Pfund rettet der Steuerzahler die Royal Bank of Scotland. Im Zuge der Sanierung sollen nun Vermögenswerte in Milliardenhöhe in eine eigene Anstalt entsorgt werden. Im Tagesgeschäft schreibt die Bank im dritten Quartal tiefrote Zahlen.

Die teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland gliedert hochriskante Vermögenswerte in eine Bad Bank aus und treibt damit ihren Konzernumbau voran. Im kommenden Jahr würden Werte im Umfang von 38 Milliarden Pfund ausgelagert, teilte die britische Großbank mit. Im laufenden Quartal würden deswegen zudem bereits Abschreibungen im Umfang von 4,0 Milliarden bis 4,5 Milliarden Pfund nötig. Damit droht der Bank aus Edinburgh nun keine Zerschlagung mehr.

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Nach RBS-Angaben werden durch die Verlagerung der Vermögenswerte zehn Milliarden bis elf Milliarden Pfund freigesetzt. Die Bank hofft, sämtliche risikobehafteten Aktiva in den nächsten drei Jahren aus der Bilanz streichen zu können. In den beiden kommenden Jahren sollen bereits 55 bis 70 Prozent verschwinden.

Staat hält 81 Prozent

Beschleunigt werden soll nun der Verkauf der RBS Citizens Financial Group Inc. In der zweiten Hälfte 2014 soll ein Teil der US-Bank an die Börse gebracht werden. Bis Ende 2016 will die RBS ganz aus dem Geschäft aussteigen. Ursprünglich wollte die Bank bis zu 25 Prozent von Citizens 2015 an die Börse bringen. Die US-Bank, die in 12 Bundesstaaten mit mehr als 1400 Zweigstellen vertreten ist, wird mit Blick auf das IPO derzeit auf mehr Gewinn getrimmt.

Der neue Chef der RBS, Ross McEwan, schaut sich derzeit die Aktivitäten der Bank an. Im Februar will er seine Strategie im Detail darlegen. Der Neuseeländer hatte vor kurzem das Erbe von Stephen Hester antreten, der Mitte Juni völlig überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Die Aufsichtsbehörden hatten den britischen Finanzinstituten auferlegt, ihre Kapitalbasis zu stärken. Man werde durch die Bad Bank zudem in der Lage sein, leichter Kredite zu vergeben, unter anderem an kleinere Firmen, teilte die Bank weiter mit. Der britische Finanzminister George Osbourne begrüßte das Vorhaben.

Die RBS war in der Finanzkrise vom Staat mit mehr als 46 Milliarden Pfund an Steuergeldern gerettet worden. Seither hält die Regierung 81 Prozent an der Bank, ein Ausstieg ist nicht absehbar. Lange Zeit war sogar eine Zerschlagung des Geldhauses im Gespräch. Die Regierung ist zunehmend unzufrieden mit der nur schleppend verlaufenden Privatisierung der Bank.

Auch die Bank of England erklärte, die Maßnahmen der RBS zur Stärkung ihres Kapitals zu unterstützen. Diesbezüglich will die RBS auch den Börsengang des amerikanischen Privatkunden-Geschäfts Citizens vorantreiben.

Schwierigkeiten im Tagesgeschäft

Im Tagesgeschäft hatte die RBS im dritten Quartal Schwierigkeiten. Das operative Ergebnis schrumpfte binnen Jahresfrist von 909 Millionen auf 438 Millionen Pfund. Wie die Konkurrenten verzeichneten die Briten vor allem im Investmentbanking Einbrüche. Der Fehlbetrag summierte sich auf 828 Million Pfund nach 1,4 Milliarden Pfund im Vorjahr. Die Einnahmen sanken von 5,55 Milliarden auf 4,89 Milliarden Pfund.

Auf dem Gewinn lasteten Wertanpassungen von 1,1 Milliarden Pfund sowie Rückstellungen von 250 Millionen Pfund für Schadensersatzzahlungen an Kunden, denen sie überflüssige Versicherungen angedreht hat. Für Rechtsstreitigkeiten hat die Bank 99 Millionen Pfund beiseitegelegt.

Zugleich kündigte die RBS wie bereits auch die Deutsche Bank, UBS und der britische Konkurrent Barclays an, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Manipulationen am Devisenmarkt mit mehreren Regierungen zusammenzuarbeiten. Intern würden derzeit die Kommunikation und Geschäftspraktiken im Devisenhandel durchleuchtet.

Quelle: n-tv.de

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