Weniger Miese als gedachtRBS nähert sich der Null
Das britische Kreditinstitut Royal Bank of Scotland bewegt sich wegen hoher Abschreibungen weiter durch die Verlustzone. Doch die meisten Beobachter reagieren erleichtert: Im Vergleich zum Vorjahr erscheinen die Verluste beinahe übersichtlich.
Die nahezu komplett in staatlicher Obhut befindliche Royal Bank of Scotland (RBS) bleibt wegen hoher Abschreibungen auf sogenannte toxische Wertpapiere tief in den roten Zahlen. Allerdings dämmte die Bank die Verluste im vergangenen Jahr stark ein.
Der Nettoverlust habe sich 2009 auf 3,6 Mrd. Pfund (rund 4,1 Mrd. Euro) belaufen, teilte die Bank mit. Im vergangenen Jahr hatte die RBS mit 24 Mrd. Pfund noch den höchsten Verlust eines britischen Unternehmens in der gesamten Wirtschaftsgeschichte Großbritanniens verbucht.
Vor allem die Abschreibungen auf Ramschpapiere und faule Kredite machen dem Institut zu schaffen. 2009 kletterten sie auf 13,9 Mrd. Pfund. Im Vorjahr hatte das Haus dafür 7,4 Mrd. Pfund aufbringen müssen.
Hoffnung wächst
Immerhin zeichnet sich mittlerweile so etwas Ähnliches wie ein Lichtblick ab: Da die Abschreibungen im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal um fünf Prozent zurückgingen, geht die Bank davon aus, dass der Höhepunkt überschritten sein könnte. Aber auch 2010 stehe das Institut vor Herausforderungen, hieß es allerdings vorsichtig.
Am Markt kamen die Zahlen gut an: Die Aktien der Royal Bank of Scotland reagierten mit einem Kurssprung von mehr als vier Prozent auf die Bilanz. Händler verwiesen darauf, dass der Verlust geringer ausgefallen sei als erwartet. Ein Experte von Shore Capital ergänzte, dass die Abschreibungen geringer als prognostiziert seien. Hier scheine der Hochpunkt tatsächlich überschritten. Der Ausblick erscheint diesen Angaben zufolge zuversichtlicher als das in der Vergangenheit der Fall gewesen sei.