Wirtschaft
Milliardenminus, kalte Füße? Zehntausende Stellen stehen bei der RBS vor dem Aus.
Milliardenminus, kalte Füße? Zehntausende Stellen stehen bei der RBS vor dem Aus.(Foto: REUTERS)

Neue Sparrunde steht an: RBS plant Massenentlassungen

120.000 Menschen beschäftigt die teilverstaatlichte britische Royal Bank of Scotland derzeit. Mehr als 20.000 müssen nun um ihre Jobs bangen, wie eine eine britische Zeitung schreibt. Ein Grund ist ein drastischer Milliardenverlust.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) will laut einem Pressebericht in der kommenden Woche einen weiteren Stellenabbau ankündigen. Bis zu einem Fünftel der Mitarbeiter könnten im Zuge einer neuen Sparrunde von Entlassungen bedroht sein, berichtet die britische Zeitung "The Telegraph". Mehr als 20.000 der insgesamt 120.000 Angestellten dürften in den kommenden Jahren ihren Job verlieren. Damit schrumpft die Belegschaft der Bank auf ein Niveau, das sie zuletzt vor mehr als zehn Jahren hatte.

Die Ankündigung dürfte Teil des Turnaround-Plans von Vorstandschef Ross McEwan für den Finanzkonzern sein. Der Manager steht unter Druck, die RBS wieder zurück in die schwarzen Zahlen zu führen. Der Verlust im vergangenen Jahr dürfte sich laut Schätzungen auf fast 8 Milliarden Britische Pfund belaufen haben, schrieb das Blatt.

Milliardenrückstellung und frisches Kapital

Erst jüngst legte die RBS in den USA eine Sammelklage bei und zahlte 275 Millionen Dollar. Die britische Bank hatte sich dem Vorwurf ausgesetzt gesehen, beim Verkauf von hypothekengesicherten Wertpapieren die Investoren nicht ausreichend über die Risiken informiert zu haben. Mit Zahlung der Millionensumme wird der Streit mit dem New Jersey Carpenters Vacation Fund nun ausgeräumt. Ein Gericht muss der Einigung noch zustimmen. RBS hatte 1,9 Milliarden britische Pfund für diesen und andere Fälle zurückgestellt.

Geld in die Kassen spülte der Verkauf des Derivategeschäfts an die französische Bank BNP Paribas ein. Über die Höhe ließen beide Finanzinstitute aber nichts verlauten. Mit diesem Deal wird die Verwaltung eines gut 15 Milliarden britische Pfund schweren Derivateportfolios an die Franzosen übergehen.

Die Royal Bank of Scotland, die sich zu 81 Prozent in Staatsbesitz befindet, hatte im Juni vergangenen Jahres angekündigt, sich von allen strukturierten Produkten für Privatinvestoren und Aktienderivaten trennen zu wollen. Die Bank trennt sich von Vermögenswerten, um ihre Bilanz zu verkleinern.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen