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Deutscher Werbemarkt wächst: RTL Group bleibt Bertelsmanns Goldmädchen

Europas Senderkette Nummer eins verdient bei geringerem Umsatz deutlich mehr. Die Anleger profitieren davon - mit einer erneut hohen Dividende. Nur der Ausblick stört ein wenig.

Europas größte Senderkette RTL Group bleibt dank seiner deutschen Sender die Ertragsperle des Medienkonzerns Bertelsmann. Das im Nebenwerteindex MDax notierte Unternehmen steigerte 2013 nochmals seine Profitabilität und will die Aktionäre zudem erneut mit einer hohen Dividende verwöhnen.

Der Umsatz wurde unter anderem vom starken Euro belastet. So ging es etwa bei Fremantle Media, dem Produktionsarm der Senderkette, mit den Erlösen zurück. Die Sparte rechnet wegen des starken US-Geschäfts häufig in Dollar ab. Letztlich sanken die Erlöse um knapp zwei Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.

Sondereffekte blähen Gewinn

Dagegen legte das Betriebsergebnis (berichtetes Ebita) um sieben Prozent auf knapp 1,15 Milliarden Euro zu. Damit verbesserte RTL seine Umsatzrendite von 18,0 auf 19,6 Prozent. Die Senderkette dreht seit geraumer Zeit an der Kostenschraube, um die Auswirkungen der schwachen Werbemärkte abzufedern. Aber auch ein besseres Ergebnis im wichtigen deutschen Markt stützte die Entwicklung.

Der Nettogewinn, der zusätzlich von Sondereffekten angetrieben wurde, schoss sogar um fast die Hälfte auf 870 Millionen Euro in die Höhe. RTL nahm eine Abschreibung aus dem Jahr 2012 zurück und verkaufte Vermögenswerte.

RTL streichelt erneut die Anleger

Die RTL-Gruppe plant eine Dividende von 4,50 Euro je Aktie, nachdem die Anteilseigner bereits im September eine vorgezogene Ausschüttung von 2,50 Euro erhalten hatten. Für das Geschäftsjahr 2012 hatte der Konzern sogar 10,50 Euro gezahlt, um seine hohen Reserven abzubauen, für die er keine sinnvolle Verwendung sah.

Die Konzernchefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch sprachen von einem Rekordergebnis der Mediengruppe RTL Deutschland. Anders als in Deutschland seien die Werbemärkte in den übrigen europäischen Ländern 2013 geschrumpft, hätten sich aber in der zweiten Jahreshälfte erholt. Besonders in den für RTL wichtigen Ländern Frankreich und Niederlande habe RTL seinen Marktanteil ausbauen können.

Im laufenden Jahr erwartet RTL allerdings keine Zuwächse. Umsatz und Ebita dürften stabil bleiben, hieß es. Dies aber sorgte an der Börse für einen Dämpfer. "Für mich heißt das, dass die Dividende 2014 nicht so üppig ausfallen wird", sagte ein Händler. An der Börse fielen die Titel um fast 5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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