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Starke Standbeine in Deutschland: RTL Group erzielt Rekordgewinn

Die Geschäfte laufen prächtig: Sprudelnde Werbeeinahmen schieben Gewinn und Umsatz bei der Luxemburger Bertelsmann-Tochter kräftig an. "Trotz eines gemischten Bildes der globalen Wirtschaft war 2015 ein Rekordjahr für die RTL Group."

Der europäische Medienkonzern RTL Group kann dank eines starken Wachstums im deutschen Markt und im Digitalgeschäft ein Rekordergebnis verbuchen. Der Gewinn stieg im vergangenen Jahr unerwartet stark um ein Fünftel auf 789 Millionen Euro, wie die Bertelsmann-Tochter mitteilte. Der starke Anstieg kommt nicht von ungefähr: Ein Jahr zuvor hatten Sondereffekte den Gewinn belastet.

Mit den zentralen Kennziffern aus der Bilanz kann die RTL Group sowohl die eigenen Zielvorgaben als auch die Erwartungen am Markt teils deutlich übertreffen: Das Betriebsergebnis (reported Ebita) kletterte 2015 um zwei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Überschuss von 753 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 1,16 Milliarden Euro gerechnet. Das Unternehmen hatte in der jüngsten Prognose ein Betriebsergebnis auf dem Vorjahresniveau von 1,14 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

50 Cent mehr Dividende

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"Trotz eines gemischten Bildes der globalen Wirtschaft war 2015 ein Rekordjahr für die RTL Group", bilanzierten die Vorstandschefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch. "Unsere größte Einheit, die Mediengruppe RTL Deutschland, ist deutlich gewachsen und erzielte einen weiteren Rekordgewinn - und das bereits das vierte Jahr in Folge." Auch günstige Wechselkurseffekten unterstützten das Wachstum. Vom starken Dollar profitierte zum Beispiel die RTL-Produktionstochter FremantleMedia. Erfreulich für Aktionäre: Die reguläre Dividende soll um 50 Cent auf 3,00 Euro je Aktie erhöht werden. Zuletzt waren 24,1 Prozent der RTL-Anteile im Streubesitz. Die Konzernmutter Bertelsmann hält 75,1 Prozent.

Das deutsche TV-Geschäft lieferte mit einem Ergebniswachstum um 5,2 Prozent auf 684 Millionen Euro erneut den Löwenanteil des Gewinns. Das entspricht einer Umsatzrendite von gut einem Drittel. Das Digitalgeschäft mit Online-Videos wuchs um 72 Prozent auf 508 Millionen Euro. Das waren rund acht Prozent der Konzernerlöse. Aus der traditionellen Einnahmequelle Fernseh- und Radiowerbung stammen nur noch 54 Prozent der Erlöse. Beim deutschen Rivalen Prosiebensat1 sind es noch 60 Prozent. 22 Prozent der Umsätze lieferte bei RTL das Geschäft mit Inhalteproduktionen.

Mehr als sechs Milliarden Umsatz

Wie aus der Jahresbilanz hervorgeht, kämpft die RTL Group - Europas größte werbefinanzierten Sendergruppe - jedoch weiter mit Problemen in Frankreich und den Niederlanden sowie im Produktionsgeschäft. In allen drei Segmenten ging der operative Gewinn zurück. Gut lief es dagegen in Deutschland, wo die Werbeeinnahmen dank der starken Konjunktur anzogen. Zusammen mit dem stark wachsenden Digitalgeschäft reichte es insgesamt auch für einen Rekord beim Konzernumsatz mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 6,03 Milliarden Euro.

Im Vorjahreszeitraum hatten Abschreibungen in Höhe von 88 Millionen Euro - darunter bei der Ungarn-Tochter nach einem Streit mit der Regierung Orban -, den Nettogewinn belastet. 2016 rechnet die RTL Group bei stabilen oder leicht wachsenden europäischen TV-Werbemärkten mit einem weiteren moderaten Wachstum. Der operative Gewinn soll weitgehend stabil bleiben.

Hinweis: Teil der RTL Group ist auch die deutsche RTL Mediengruppe mit Kanälen wie RTL, RTL II, Vox, RTL Interactive und dem Nachrichtensender n-tv sowie n-tv.de.

Quelle: n-tv.de

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