Wirtschaft

Frankreich-Geschäft drückt Gewinn: RTL Group hält an Prognose fest

Europas größte Senderkette RTL Group muss im Startquartal leichte Rückgänge bei Umsatz und operativem Ergebnis einstecken. Der Werbemarkt in Deutschland stagniert, die Situation in Frankreich bleibt schwierig. Der Ausblick steht trotzdem.

Die beiden Co-Vorsitzenden der Mediengruppe RTL, Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch.
Die beiden Co-Vorsitzenden der Mediengruppe RTL, Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch.(Foto: picture alliance / dpa)

Europas größte Senderkette RTL Group hat im Startquartal  leichte Rückgänge bei Umsatz und operativem Ergebnis hinnehmen müssen, bestätigt aber den Jahresausblick, der die Kennziffern auf dem Niveau des Vorjahres sieht.

Zwar habe der Werbemarkt in vielen Märkten Europas, in denen die RTL Group tätig ist, weitere Anzeichen der Erholung gezeigt. Er stagnierte aber in Deutschland, dem mit Abstand größten und wichtigsten Markt des Luxemburger Medienunternehmens, wie RTL mitteilte. Unterdessen bleibt die Situation in Frankreich unverändert schwierig.

Hinzu kommt der Ostereffekt. Die Feiertage, in denen mehr und teurere Werbezeiten verkauft werden können, fielen in diesem Jahr ins zweite Quartal und sind in den Zahlen noch nicht enthalten. Der Ostereffekt und auch der Anlauf zur Fußball-WM im Juni lassen die RTL Group im laufenden zweiten Quartal auf höhere Umsätze hoffen. Während des Turniers selbst sollten sie aber schwach sein.

Starker Euro belastet

Insgesamt erlöste die RTL Group zwischen Januar und März Umsätze von 1,31 Milliarden Euro, 0,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wobei auch der starke Euro belastete. FremantleMedia, der Produktionsarm der RTL Group macht viele Geschäfte auch in den USA.

Das operative Ergebnis (Ebita) ging im Berichtszeitraum um 6,3 Prozent auf 194 Millionen Euro zurück. Deutlicher war der Rückgang beim Nachsteuergewinn auf 92 Millionen Euro nach 133 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings erhielt die RTL Group im Vorjahr eine Zubuchung aus ihrem Spanien-Geschäft in Höhe von 13 Millionen Euro.

Die beiden Co-Vorstandsvorsitzenden Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch nannten das erste Quartal "alles in allem einen guten Start ins Jahr" und bestätigten die Jahresprognose, wonach der Umsatz und das operative Ergebnis unter Herausrechnung von Währungs- und Konsolidierungseffekten 2014 auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll.

Zukäufe treiben Bertelsmann-Umsatz

Der Mutterkonzern Bertelsmann profitierte zum Jahresauftakt von seinen Akquisitionen. Das im Familienbesitz befindliche Unternehmen, das zu den größten Medienkonzernen der Welt gehört, steigerte die Erlöse um 8,5 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.

Das wirkte sich auch auf das bereinigte operative Ergebnis aus, das auf den Rekordwert von 433 (Vorjahr: 418) Millionen Euro stieg. Netto schrumpfte der Gewinn jedoch um rund die Hälfte auf 104 Millionen Euro, weil im Vorjahr positive Effekte aus der Neubewertung der Musikrechtefirma BMG von 114 Millionen Euro verbucht worden waren.

Zum besseren Jahresauftakt trugen gleich mehrere Übernahmen aus dem vergangenen Jahr bei. Bertelsmann hatte den Hannoveraner E-Commerce-Dienstleister Netrada gekauft, das Musikrechteunternehmen BMG komplett übernommen und den Finanzdienstleister Gothia erworben. Das Konzernergebnis liegt im ersten Quartal bei 104 Millionen nach 201 Millionen Euro. Das Vorjahresergebnis beinhaltete positive Effekte von 114 Millionen Euro aus der Neubewertung von BMG.

Am Ausblick für 2014 hält der Konzern aus Gütersloh fest. Demnach soll der Nettogewinn, der 2013 um 42 Prozent auf 870 Millionen Euro kletterte, weiter zulegen, der Umsatz soll deutlich steigen.

Die RTL Group ist die "Cash Cow" von Bertelsmann. RTL betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas und Indien. In Deutshland ist das Unternehmen mit  den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv besonders stark

Quelle: n-tv.de

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