Wirtschaft
RWE-Hauptversammlung in Essen.
RWE-Hauptversammlung in Essen.(Foto: picture alliance / dpa)

Aktie gerät unter Druck: RWE erwartet magere Jahre

Im laufenden Jahr dürfte RWE der Energiewende zum Trotz noch einmal an frühere Erfolge anknüpfen. Doch mit Blick auf die folgenden Jahre ist Vorstandschef Tertium äußerst skeptisch.

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE hat seine Aktionäre auf schwere Zeiten eingestimmt. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen zwar noch mit annähernd stabilen Ergebnissen. "Aber nach 2013 wird es kaum möglich sein, das Ergebnisniveau zu halten", sagte Vorstandschef Peter Terium während der Hauptversammlung in Essen. Das liege vor allem am Verfall der Preise an den Strombörsen. Zudem zahlten sich die Investitionen in erneuerbare Energien langsamer aus als geplant.

Tertium setzte sich für Korrekturen an der Energiewende ein. Die Politik müsse "das Vorhalten von Kraftwerksleistung entlohnen", sagte er vor den Aktionären. Der Konzernchef forderte zudem, dass sich Erneuerbare Energien "dem Markt stellen" müssten.

Dass RWE in diesem Jahr anders als Konkurrent Eon noch nicht mit einem massiven Gewinneinbruch rechnet, liegt an einem erwarteten Sondereffekt. Bis Mitte des Jahres will der Konzern seinen Streit über Lieferverträge mit dem russischen Gasriesen Gazprom klären. RWE geht davon aus, dass dabei am Ende Preissenkungen herausspringen. Das dürfte dem Ergebnis helfen. Außerdem treffen die niedrigeren Großhandelsstrompreise den Konzern im Wesentlichen erst in den nächsten Jahren.

Die reduzierten Gewinnaussichten erwischten RWE-Aktionäre auf dem falschen Fuß. Die Aktien verloren an der Frankfurter Börse mehr als zwei Prozent an Wert, "Eigentlich ist das eine langfristige Gewinnwarnung, man kann sie nur noch an nichts quantitativ festmachen", sagte ein Händler. "Bei einer festen Ausschüttungsquote heißt das dann auch irgendwann Dividendensenkungen, beziehungsweise kein Potenzial für Erhöhungen", so ein anderer Händler.

Quelle: n-tv.de

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