Ausblick bestätigtRWE verdient operativ weniger

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE startet wie erwartet verhalten ins Jahr. Um die finanzielle Situation zu verbessern, steht Tafelsilber wie die Tochter Dea zur Disposition. Mit einem schnellen Verkauf wird jedoch nicht gerechnet. Um seine Ziele zu erreichen, setzt das Management seine Hoffnungen eher auf andere Dinge.
RWE -Chef Peter Terium treibt den Verkauf von Beteiligungen voran, muss sich bei der Veräußerung der Öl- und Gasfördertochter Dea aber in Geduld üben. "Mit einer Transaktion im laufenden Jahr rechnen wir nicht", schrieb der Manager in dem jüngsten Quartalsbericht.
Durch den Verkauf will der Versorger Mittel für Investitionen in neue Wachstumsgeschäfte freimachen. Dies ist auch nötig - der Konzern verdiente nach den Einbußen durch die Atomwende auch zum Jahresauftakt operativ weniger. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im ersten Quartal um 2,7 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis fiel mit knapp 1,3 Mrd. Euro etwas höher als vor Jahresfrist aus.
Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebitda von 3,02 Mrd. Euro gerechnet und damit mit etwas weniger. Das nachhaltige Nettoergebnis hatten sie dagegen etwas niedriger auf 1,2 Mrd. Euro taxiert.
Im Gesamtjahr rechnet RWE anders als Konkurrent Eon noch mit halbwegs stabilen Ergebnissen. Vorstandschef Peter Terium prognostiziert einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 9 Mrd. Euro, nach 9,3 Mrd. in 2012. Konzernchef Terium bezeichnete den Start ins neue Geschäftsjahr als "zufriedenstellend".
Einigung mit Gazprom eingepreist
Beim erreichen seiner Geschäftsziele baut das Management in erster Linie auf einen Sondereffekte. So will er Konzern bis Mitte des Jahres seinen Streit über Lieferverträge mit dem russischen Gasriesen Gazprom klären. RWE geht davon aus, dass dabei am Ende Preissenkungen herausspringen. Das dürfte dem Ergebnis helfen. Bereits im ersten Quartal profitierten die Essener von verbesserten Bezugsverträgen mit anderen Lieferanten.
Größter Belastungsfaktor waren zu Jahresbeginn die Kosten für CO2-Emissionsrechte. Nach einer jahrelangen Übergangsphase müssen die Zertifikate seit Jahresbeginn voll bezahlt werden. RWE rechnet dadurch mit Zusatzkosten von 1,2 Mrd. Euro im Jahr.
Versorger kämpfen mit Energiewende
Die Energieversorger RWE und Eon werden zunehmend unter den Folgen der Energiewende leiden. Denn der Boom der erneuerbaren Energien lässt die Marktpreise für Strom fallen, was zunehmend in den Bilanzen der großen Konzerne ankommt. RWE kann dabei noch von dem Einsatz seiner zahlreichen Kohlekraftwerke profitieren, die den Strom günstiger produzieren als es Eon mit seinen Gaskraftwerken kann.
Der Düsseldorfer Konkurrent hatte in der vergangenen Woche für das ersten Quartal einen operativen Gewinn von 3,6 Mrd. Euro vorgelegt - fünf Prozent weniger als vor Jahresfrist. RWE und Eon reagieren auf die Einbußen auch durch die Atomwende auch mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze.