Wirtschaft
Tief einatmen und nicht an die Tabaksteuer denken.
Tief einatmen und nicht an die Tabaksteuer denken.(Foto: picture alliance / dpa)

"Die Zahlen sehen sehr gut aus": Raucher ignorieren die Steuer

In Deutschland wird weiter ungebremst gequalmt: Nach einem kurzen Einbruch infolge einer Steuererhöhung läuft das Geschäft mit Tabak und Tabakwaren wieder besser. Selbstdrehen kommt allerdings aus der Mode. Der Trend geht zum Stopfen.

Zigaretten nach der Pause: Ungeraucht sieht beinahe alles deutlich besser aus.
Zigaretten nach der Pause: Ungeraucht sieht beinahe alles deutlich besser aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Steigende Tabaksteuern können Deutschlands Rauchern offenbar nicht die Freude am Qualmen verleiden. Im zweiten Quartal 2012 wurden wieder deutlich mehr Zigaretten und Feinschnitt versteuert als noch vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Nach einem kurzen Einbruch durch gestiegene Tabaksteuersätze 2011 zog die Produktion nun wieder an. Bei Zigaretten verzeichnete das Statistische Bundesamt ein Plus von 8,3 Prozent. Der sogenannte Feinschnitt - also Tabak für Raucher, die die Endfertigung ihrer Zigaretten lieber selbst übernehmen - legte sogar um 15,1 Prozent zu.

"Die Zahlen sehen sehr gut aus", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) Franz Peter Marx. Der aktuelle Anstieg könne aber zum Teil auch mit dem schwachen Vergleichsquartal zusammenhängen.

Den Erfahrungen der Statistiker zufolge ist es üblich, dass die Tabakindustrie vor angekündigten Steuererhöhungen wie im Mai 2011 die Produktion hochfährt, um möglichst lange noch Tabakwaren zum alten Preis in den Läden anbieten zu können. Aus diesem Grund steige regelmäßig vor der Steuererhöhung der Bezug der Steuerbanderolen, die zu den alten wie auch schon zu den neuen Preisen ausgegeben würden.

38 Milliarden Glimmstängel

Die Nachfrage spürt auch der Fiskus: Nach einem schwachen zweiten Quartal 2011 kletterten die im letzten Vierteljahr wieder um 12,4 Prozent auf über 3,5 Mrd. Euro. Auf lange Sicht geht der Tabakabsatz allerdings weiter zurück.

Mit knapp 38 Mrd. versteuerten Zigaretten hat die Produktion im ersten Halbjahr 2012 einen neuen Tiefststand erreicht - vor zehn Jahren waren es noch gut drei Viertel mehr.

Laut VdR achten die Raucher in Deutschland zunehmend auf den Preis. Das sei auch der Grund für den Trend zum Feinschnitt. "Vor allem das Stopfen von Zigaretten wird bei den Kunden beliebter", erklärte Marx. Das Selbstdrehen sei dagegen rückläufig.

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Quelle: n-tv.de

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