Donnerstag, 04. Februar 2010
Der Fiskus schlägt zurück: Razzia bei Industriellem
(Foto: picture alliance / dpa)
Bei ihrer Jagd nach Steuersündern haben Fahnder eine deutsche Wirtschaftsgröße ins Visier genommen. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" verdächtigen Ermittler aus Nordrhein-Westfalen den Münchner Industriellen Robert Schuler-Voith, mehrere Millionen Euro über einen Trust auf den Kaimaninseln vor dem deutschen Fiskus versteckt zu haben. Bereits im vergangenen Dezember durchsuchten Fahnder seine Villa und stellten dabei umfangreiches Material sicher.
Die Familie Schuler-Voith zählt zu den reichsten in Deutschland. 2004 rangierte sie mit einem Vermögen von rund 900 Millionen Euro auf Rang 87 der Forbes-Liste. Ihr gehört unter anderem der Maschinenbauer Schuler AG; zudem ist sie über eine Beteiligungsgesellschaft Hauptaktionär des Haushaltswarenherstellers Leifheit. Allerdings war das Familienvermögen in den vergangenen Jahren auf 400 Millionen Euro abgeschmolzen. Aktuell rangieren die Schuler-Voiths in der Reichenliste noch auf Platz 260.
Die Hausdurchsuchung in München steht in Verbindung mit weitreichenden Ermittlungen gegen Kunden der Schweizer Privatbank Julius Bär. Der fragliche Trust soll über die karibische Niederlassung des Instituts gegründet worden sein, die Julius Baer Bank & Trust Company (JBTC). Schuler-Voith wollte zu dem Fall nicht Stellung nehmen. Er gebe grundsätzlich keine Interviews und werde sich auch hierzu nicht äußern, hieß es aus dem Büro des Industriellen.
Ex-Manager kooperiert mit Behörden
Die Ermittlungen stützen sich auf Daten, die der ehemalige JBTC-Manager Rudolf Elmer vor seinem Rauswurf bei der Bank im Jahr 2002 gesichert hatte. Elmer arbeitet nach eigener Aussage mit der Düsseldorfer Steuerfahndung zusammen. Er wolle den Fahndern noch weiteres Material zukommen lassen, sagte Elmer der "FTD". Die Fahnder hatten auf Grundlage seiner Daten in den vergangenen Wochen und Monaten bereits zahlreiche Steuerhinterzieher auffliegen lassen und dabei bundesweit mehrere Millionen an Steuernachzahlungen kassiert.
Auf die Spur von Schuler-Voith kamen die Fahnder durch den Eintrag "Dr. Robert Schuler" als Gründer eines Trusts mit dem Namen "Moonstone". Die Steuerermittler gehen davon aus, dass diese Person mit Robert Schuler-Voith identisch ist. Zweifelsfrei geklärt ist dies allerdings noch nicht.
wne/FTD
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