Wirtschaft
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Freitag, 13. Oktober 2017

Streit um E-Batteriefabrik : Regierung erhöht Druck auf Autoindustrie

Deutschen Politikern zufolge fährt die deutsche Autoindustrie beim Thema Elektromobilität der Konkurrenz hinterher. Das gilt vor allem beim Thema Batteriefertigung - und soll sich möglichst schnell ändern.

Die Bundesregierung warnt die Autobranche eindringlich vor einer bedrohlichen Abhängigkeit von Konkurrenten in der Batterieproduktion. Angesichts der wachsenden Konkurrenz aus Asien und den USA bei der Produktion von Elektroautos müssten Hersteller und Zulieferer endlich beim Aufbau einer eigenen Batterie-Fertigung aktiv werden, forderte Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig in der "Süddeutschen Zeitung".

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Wer über Elektromobilität rede, dürfe bei der Batterieproduktion nicht schweigen, so Machnig weiter. "Die Industrie muss größere europäische Aktivitäten entfalten, wenn wir Premiumanbieter und Autoland Nummer eins bleiben wollen."

Damit wird deutlich, mit welch großer Sorge die Regierung den Rückstand der europäischen Branche bei dem Schlüsselelement der Autoindustrie schlechthin sieht. Auf einem Gipfel am Mittwoch in Brüssel herrschte nach Angaben aus Kommissionskreisen zwar Einigkeit über die Bedeutung der Batterietechnik für Europa. Doch noch immer fehle ein klares Bekenntnis von Zulieferern und vielen Herstellern, sich aktiv an der Batterieproduktion, aber auch Forschung und Entwicklung zu beteiligen.

Gefährliche Strategie?

Angesichts der Kosten von vier bis fünf Milliarden Euro pro Fabrik schrecken Hersteller vor eigenen Plänen zurück. Bislang hat nur VW angekündigt, eine eigene Fertigung aufzubauen. Dem Vernehmen nach will der Zulieferer Bosch in den kommenden Wochen über ein eigenes Werk entscheiden. Konzerne wie Daimler wollen dagegen weiter auf dem internationalen Markt Batterien kaufen.

In der Bundesregierung hält man diese Strategie für gefährlich. Die Batterietechnik wird über den Erfolg von Herstellern entscheiden. "Die Batterie ist der Motor von morgen. Sie steht für zentrale Fragen wie Reichweite, Gewicht und Kosten", sagte Machnig der "Süddeutschen Zeitung". Europa sei beim Thema Batterie spät dran. "Wir können nicht davon ausgehen, dass Anbieter aus Japan, Südkorea oder den USA hiesigen Herstellern die neueste Technik zur Verfügung stellen. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss nicht zukaufen, sondern selbst entwickeln und produzieren."

Das Thema Elektromobilität polarisiert. Es wird auch Bestandteil möglicher Koalitionsverhandlungen einer "Schwampel"-Regierung in Deutschland sein. Allerdings ist vor allem das Festhalten an der Batteriezellen-Technologie unter Experten umstritten.

Quelle: n-tv.de

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