Wirtschaft

US-Banker streichen ein: Rekordboni im Krisenjahr

Die amerikanischen Großbanken könnten einem Zeitungsbericht zufolge ihren Mitarbeitern für 2009 zusammen mehr als 145 Milliarden Dollar Boni zahlen. Das wären sechs Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007.

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(Foto: AP)

Ungeachtet der Verärgerung über hohe Bankerboni hat die Entlohnung an der Wall Street im vergangenen Jahr einen Rekord erreicht. US-Großbanken und Wertpapierfirmen seien auf dem besten Wege, ihren Mitarbeitern für das abgelaufene Jahr die Rekordsumme von 145,54 Milliarden Dollar zu zahlen, ergab eine Studie des "Wall Street Journal".

Demnach könnten bei 38 Top-Finanzinstituten beschäftige Manager, Händler, Investmentbanker und andere Mitarbeiter annähernd 18 Prozent mehr verdient haben als im Vorjahr. Das wären sechs Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007.

2008 zahlten die vom "WSJ" unter die Lupe genommenen börsennotierten Unternehmen Vergütungen und Boni von 123,37 Milliarden Dollar. Im bisherigen Rekordjahr 2007 waren es 137,23 Milliarden Dollar.

Scharfe Worte des Präsidenten

Mit ihren hohen Vergütungen hat die Wall Street ein hartes Durchgreifen der Regierung heraufbeschworen. Dazu gehört auch eine von Präsident Barack Obama vorgeschlagene Sondersteuer, mit der die Regierung insgesamt 90 Milliarden Dollar von Großbanken und Finanzinstituten einsammeln will.

Bei der Vorstellung seiner Pläne richtete der US-Präsident scharfe Worte an die Banker des Landes: "Ich fordere euch auf, die Kosten der Finanzkrise zu übernehmen und zwar nicht, indem ihr sie euren Aktionären, Kunden oder dem Steuerzahler aufbürdet, sondern indem ihr die Bonuszahlungen für eure Bestverdiener zurückfahrt."

Aufzehrung der Gewinne?

Sollte die Sondersteuer vom Kongress abgesegnet werden, wären von ihr rund 50 Banken, Versicherungsunternehmen und große Brokerfirmen betroffen. Besonders hart würde sie die sechs größten Finanzinstitute treffen: die Citigroup, JPMorgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Wells Fargo. Jede von ihnen sehe sich einer jährlichen Steuerbelastung von einer Milliarde Dollar oder mehr gegenüber. Citigroup und JPMorgan würden mit jeweils 2,4 Milliarden Dollar die höchsten Summen zahlen müssen.

Analysten schätzen, dass die Sondersteuer rund fünf Prozent der diesjährigen Gewinne aufzehren könnte. Einige Unternehmen haben die Berechnungen des "WSJ" bereits als zu hoch zurückgewiesen. Sie hätten als Reaktion auf die öffentliche Verärgerung ihr Vergütungsniveau im vierten Quartal gesenkt, hieß es. Citigroup, Goldman und Morgan Stanley haben ihre Mitarbeiter bereits darauf eingestimmt, dass ihre Boni einen größeren Anteil eigener Aktien enthalten werden.

Quelle: n-tv.de

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