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Renaults Abgaswerte erfüllen unter realen Fahrbedingungen nicht die Normen.
Renaults Abgaswerte erfüllen unter realen Fahrbedingungen nicht die Normen.(Foto: REUTERS)

Hohe Abgaswerte unter Realbedingungen: Renault ruft Autos zurück

Zu hohe Emissionen von Stickoxid und Kohlendioxid: Auch der französische Autobauer Renault kämpft mit hohen Abgaswerten. Das Unternehmen muss Tausende Autos neu einstellen.

Der französische Autobauer Renault ruft fast 16.000 Fahrzeuge wegen zu hoher Abgaswerte in die Werkstätten. Das teilte Umweltministerin Segolène Royal in Paris mit. "Die Tests waren nicht ausreichend, das muss unter realen Fahrbedingungen gemacht werden", sagte Royal, die die Kooperation von Renault betonte. Betroffen sind Diesel-Fahrzeuge des Modells Captur.

Die Regierung hatte in der vergangenen Woche erklärt, bei Dieselfahrzeugen von Renault seien zu hohe Emissionen von Stickoxid und von Kohlendioxid festgestellt worden. Einen Hinweis auf Schummelsoftware gebe es aber nicht.

"Fehler bei der Kalibrierung"

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Die fraglichen Wagen waren zwischen Februar und September 2015 in Europa gebaut worden, wie der Chefingenieur von Renault, Gaspard Gascon-Abellan, auf einer Pressekonferenz sagte. Im vergangenen Juli sei ein "Fehler bei der Kalibrierung" des Filtersystems für die Abgase entdeckt worden. Dadurch seien Stickoxide und Schwefel nicht richtig herausgefiltert worden.

Anfang vergangenen September sei das Problem behoben und zwei Monate später der Rückruf eingeleitet worden. Etwa 15.800 Autos werden laut Renault überprüft. Das Unternehmen hat für die kommenden Wochen einen Plan zur Reduzierung der Abgase seiner Diesel-Fahrzeuge unter echten Fahrbedingungen angekündigt.

Verluste an der Börse

"Unter den Testbedingungen des Genehmigungsverfahrens erfüllen unsere Fahrzeuge die Abgasnormen", hatte Verkaufschef Thierry Koskas am vergangenen Montag gleichzeitig betont. Bei den Emissionen im realen Straßenverkehr gebe es aber Unterschiede zu den im Testverfahren gemessenen Werten.

Am vergangenen Donnerstag waren Razzien bei Renault bekannt geworden. An der Börse stürzte der Autobauer bei Bekanntwerden der Untersuchungen ab.

Die französische Regierung hatte nach dem VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte eine Untersuchung der eigenen Autobauer angeordnet. Volkswagen hatte im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxid-Ausstoß anzeigt als auf der Straße.

Quelle: n-tv.de

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