Wirtschaft

Geld bleibt im Iran liegen: Renault steht gut da

Harte Sparmaßnahmen bescheren dem zweitgrößten französischen Autobauer Renault ein unerwartet starkes erstes Halbjahr. Der Volkswagen-Konkurrent verdient operativ fast 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allerdings gibt es auch Belastungen.

(Foto: dpa)

Mit Hilfe neuer Modelle und Einsparungen will Renault 2013 ein positives operatives Ergebnis im Automobilgeschäft erreichen. Der Konzern will 2013 außerdem mehr Autos verkaufen als im Vorjahr. Renault hat, anders als etwa der heimatliche Konkurrent PSA Peugeot Citroen, eine relativ große Präsenz außerhalb Europas, weshalb der Konzern von der Marktschwäche in Europa nicht im gleichen Ausmaß betroffen ist.

Die Renault-Mitarbeiter arbeiten zurzeit auf einem Sparkurs, nach dem bis 2016 rund 7500 Stellen nicht neu besetzt werden sollen. Außerdem wurden die Gehälter eingefroren.

Im ersten Halbjahr setzte Renault mit 1,3 Millionen Fahrzeugen 1,9 Prozent weniger ab als noch vor einem Jahr. In Europa alleine betrug das Minus 7,3 Prozent. Renault will sich nicht an der allgemeinen Rabattschlacht auf dem Automarkt beteiligen.

Der Umsatz des Autobauer gab dennoch lediglich um ein knappes Prozent auf 20,44 Milliarden Euro nach. Beim operativen Ergebnis jedoch machten sich Restrukturierungskosten, Abschreibungen und die Auswirkungen der Iran-Sanktionen bemerkbar. Dieser Posten rutschte mit 249 Millionen Euro in die roten Zahlen.

Lieferungen beendet

Die US-Regierung hatte im Juni entschieden, die Wirtschaftssanktionen gegenüber dem Iran zu verschärfen und auf den Automobilsektor auszudehnen. Renault könne sich nun die Forderungen, die es in dem Land habe, nicht zurückholen, sagte Finanzchef Dominique Thormann. Renault fertigt nicht in Iran, hat dort keine Mitarbeiter und keine Vermögensgegenstände. Das Unternehmen liefert jedoch halbfertige Fahrzeuge an seinen iranischen Partner, der diese dann zusammenbaut. Diese Lieferungen wurden nun gestoppt. Nun schreibt Renault seine iranischen Forderungen praktisch ab. Dieser Posten macht 512 Millionen Euro aus.

Bereinigt um Sondereffekte konnte Renault seinen operativen Gewinn jedoch sogar von 508 auf 583 Millionen Euro steigern. Unter dem Strich verdiente Renault 39 Millionen Euro und damit deutlich weniger als im Vorjahr, als 734 Millionen Euro übrig blieben. Renault profitierte auch von dem Ergebnisbeitrag des Kooperationspartners Nissan, an dem Renault mit 43 Prozent beteiligt ist. Die Japaner steuerten 766 Millionen Euro bei.

Quelle: n-tv.de

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