Wirtschaft
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Auch Teilübernahme möglich: Rewe prescht bei Kaisers Tengelmann vor

Edeka will Kaisers Tengelmann schlucken. Das Kartellamt untersagt den Deal. Auch Rewe ist interessiert - und bringt sich in Stellung, denn das letzte Wort hat Wirtschaftsminister Gabriel.

Im Poker um die Fusion von Edeka und KaisersTengelmann ist Konkurrent Rewe nun auch an einer Teilübernahme von Kaiser’s-Supermärkten interessiert. Eine Komplettübernahme sei zwar die beste Lösung für den Erhalt der Arbeitsplätze, aber "Rewe steht zugleich bereit für Teillösungen - auch in Nordrhein-Westfalen mit der Übernahme aller Filialen", sagte Rewe-Chef Alain Caparros der "Süddeutschen Zeitung".

Dabei stellte er den Mitarbeitern Beschäftigungszusagen in Aussicht, "die über das hinausgehen, was unlängst zwischen Herrn Haub und den Betriebsräten in Berlin und NRW ausgehandelt wurde". Sollte Rewe in Nordrhein-Westfalen zum Zuge kommen, werde er Kaiser’s Filialen zu Rewe-Märkten machen. Caparros kündigte an: "Kein Markt müsste auf Discount umgestellt werden."

Der Rewe-Chef weicht damit von seiner bisherigen Linie ab, anstelle von Edeka die Kaisers Tengelmann-Märkte nur vollständig übernehmen zu wollen. Beobachter werten den Schwenk als Signal an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der in Kürze darüber entscheiden wird, ob er die vom Kartellamt untersagte Supermarktfusion doch noch per Ministererlaubnis genehmigt. Das Arbeitsplatzargument dürfte dabei eine gewichtige Rolle spielen.

In Nordrhein-Westfalen stehen viele Stellen auf dem Spiel. Hier ist die Lage der Kaisers Märkte besonders schwierig. Auch Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte seinen Beschäftigten kurz zuvor Beschäftigungsgarantien gegeben.

Quelle: n-tv.de

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