IfW: Nur ruhigeres FahrwasserRezession nicht überwunden
Der Tiefpunkt der Weltproduktion ist nach Einschätzung des Institutes der Weltwirtschaft (IfW) zwar nach einer "ungebremsten Talfahrt" erreicht. trotzdem senkten die Forscher ihre Prognose für 2009 noch einmal kräftig.
Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte in ruhigeres Fahrwasser geraten. "Gleichwohl ist die Rezession keineswegs überwunden", erklärten die IfW-Forscher in ihrer jüngsten Konjunkturprognose.
Weil die Konjunktur zum Jahresauftakt deutlich stärker eingebrochen war als erwartet, senkten die Forscher ihre Prognose für 2009 kräftig und erwarten nun einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 6,0 (bislang: 3,7) Prozent. Für eine Stabilisierung spreche aber, dass sich die weltweite Finanzkrise etwas entspannt habe. Zudem dürften im späteren Verlauf des Jahres die Ausfuhren wieder anziehen.
Im kommenden Jahr ist sogar wieder Wachstum in Sicht; die Kieler Experten gehen von einem Zuwachs von 0,4 Prozent aus und sind damit etwas optimistischer als noch bei ihrer jüngsten Vorhersage im März. Das setze allerdings voraus, dass sich die Lage im Bankensektor nicht erneut verschärfe, hieß es. Im Zuge der Rezession dürften 2009 deutlich mehr Unternehmen Insolvenz anmelden als in den Vorjahren, deswegen steige auch der Bedarf an Abschreibungen. "Umso wichtiger ist es, dass die Rekapitalisierung der Banken schnell vorankommt."
Hoffnungen für 2010
Gestützt werde die Konjunktur 2010 von besseren Absatzaussichten im Ausland. Dadurch werde sich die Investitionstätigkeit der Firmen in Deutschland zunächst stabilisieren und im Jahresverlauf sogar leicht beleben. Der private Konsum werde unter anderem wegen steuerlicher Entlastungen etwas gestützt. Allerdings dürfte die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf kräftig steigen. Im Jahresschnitt erwarten die Experten knapp 4,4 Mio. Arbeitslose, nach 3,6 Mio. in diesem Jahr.
Die Weltwirtschaft dürfte sich im Sommerhalbjahr 2009 fangen, mit einer schnellen Erholung sei aber nicht zu rechnen, schrieben die Forscher. Weil die Rezession alle Regionen erfasst habe, und wegen der Banken- und Immobilienkrisen sei nur eine allmähliche Belebung der Konjunktur zu erwarten. Weltweit dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen, im kommenden Jahr wieder um 2,3 Prozent zulegen. Das dürfte auch den Welthandel dämpfen, der nach einem Einbruch um 14 Prozent in diesem Jahr 2010 nur schwach zulegen dürfte.