Wirtschaft

Nur schwache Jahresendbelebung: Rezessionsgespenst schwebt über Eurozone

In der Eurozone zeigen bei den Dezember-Einkaufsmanagerindizes die Pfeile nur leicht nach oben. Damit fällt die die Belebung so schwach aus wie zuletzt vor einem Jahr. Ein Grund ist auch die schleppende Entwicklung Deutschlands.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Wirtschaft in der Eurozone hat zum Jahresende etwas zugelegt. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Dienstleister und Industrie kletterte im Dezember um 0,3 auf 51,4 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter rund 5000 Unternehmen mitteilte. Das Barometer hielt sich damit wie seit Mitte 2013 über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

Dennoch sei die Belebung so schwach ausgefallen wie zuletzt vor einem Jahr, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Im Schlussquartal habe die Wirtschaft im Währungsraum wohl höchstens um "magere 0,1 Prozent" zugelegt, nach plus 0,2 Prozent im Sommer.

Es bestehe weiter die Gefahr, dass die Eurozone in diesem Jahr in eine Rezession zurückrutsche, betonte Williamson. "Alarmierend sind nicht nur die weiter schrumpfenden Volkswirtschaften Frankreichs und Italiens, sondern auch die schleppende Entwicklung Deutschlands." In Irland und Spanien laufe die Konjunktur zwar gut. Aber wenn die drei Schwergewichte schwächeln sollten, werde dies die Erholung in der gesamten Währungsunion dämpfen.

Wartet die EZB weiter ab?

"Allerdings hat sich der Ausblick aufgehellt, da der Einbruch der Ölpreise die Kostenbelastung der Unternehmen reduzieren und die Konsumausgaben ankurbeln dürfte", sagte Williamson. Deshalb könnte die Europäische Zentralbank (EZB) erst einmal abwarten, wie sich dies auf die Konjunktur auswirke, bevor sie ihre Geldpolitik weitere lockere.

Das Markit-Barometer allein für die Dienstleister in der Euro-Zone stieg um 0,5 auf 51,6 Zähler. Die Firmen zogen mehr Aufträge an Land als im November und schufen den zweiten Monat in Folge neue Jobs. Auch für den deutschen Sektor ging es leicht bergauf. Allerdings mussten die Firmen erstmals seit eineinhalb Jahren sinkende Aufträge wegstecken.

Quelle: n-tv.de

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