Wirtschaft
Ein Rheinmetall-Mitarbeiter arbeitet in einem "Wiesel".
Ein Rheinmetall-Mitarbeiter arbeitet in einem "Wiesel".(Foto: dapd)

Autosparte geht nicht an die Börse: Rheinmetall bläst zum Rückzug

Rheinmetall beugt sich der Realität: Das Rüstungsunternehmen nimmt von einem Börsengang seiner Autosparte KSPG vorerst Abstand. Der MDax-Konzern begründet dies mit derzeit existierenden Unsicherheiten in der Eurozone. Auch der Versicherungskonzern Talanx bleibt dem Parkett im nächsten halben Jahr fern.

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Rheinmetall prüft Panzersparte zieht den Börsengang seiner Autosparte KSPG vorerst nicht durch. Aufgrund der nach wie vor hohen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten in der Eurozone sehe man für einen überschaubaren Zeitraum keine Voraussetzungen für einen Börsengang von KSPG, teilte das Unternehmen mit. Ein Börsengang von KSPG bleibe aber eine Option für die Zukunft, "wenn mit Blick auf die Märkte das erforderliche Maß an nachhaltiger Stabilität gegeben sei".

Rheinmetall hatte den Börsengang der Autosparte ursprünglich für Juni angestrebt. Ende Juni hieß es dann aber, das Tochterunternehmen KSPG AG (früher Kolbenschmidt Pierburg), werde nicht mehr vor der Sommerpause an die Börse gebracht. Bei einem Börsengang von KSPG wollte Rheinmetall zunächst die Mehrheit behalten, die Kontrolle dann aber in mehreren Schritten abgeben. In Branchenkreisen wurde der Wert der KSPG AG im Mai auf rund eine Milliarde Euro taxiert.

Konzernchef Klaus Eberhardt betonte in einer Mitteilung: "Wir stehen unter keinem Zeitdruck, weil die Unternehmensentwicklung mittelfristig auch ohne einen Börsengang von Automotive gesichert ist. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf die weitere Performancesteigerung unserer beiden Unternehmensbereiche."

Top 100 der Autozulieferer

Der Konzern hätte sich mit dem Börsengang von KSPG perspektivisch von seiner Zwei-Säulen-Strategie verabschiedet. Rheinmetall hätte einen größeren Spielraum für den Ausbau der Geschäfte mit gepanzerten Fahrzeugen, Flugabwehrsystemen, Waffen und Munition bekommen. Gemessen am Umsatz sind die Rüstungssparte und die Autosparte fast gleich groß.

KSPG stellt Motorteile und Abgassysteme her und gehört mit rund 30 Standorten auf der ganzen Welt zu den Top 100 der Autozulieferer. Größter Kunde der Rüstungssparte ist mit etwa 30 Prozent Umsatzanteil die Bundeswehr. Der Anteil ausländischer Kunden wächst.

Talanx hält vorerst still

Der Talanx bläst Börsengang ab wird vorerst keinen neuen Anlauf für einen Börsengang nehmen. Nachdem sie das für Herbst geplante IPO vor wenigen Tagen abgeblasen hatte, will die Mutter des Rückversichers Hannover Rück den Gang aufs Parkett auch im nächsten halben Jahr nicht wagen.

Talanx-Vorstandschef Herbert Haas schob den Banken die Schuld für die Absage in die Schuhe. Die Institute, die den seit langem geplanten Schritt des deutschen Branchendritten aufs Parkett betreuten, hätten die tatsächliche Risikobereitschaft der Investoren falsch eingeschätzt, sagte Haas dem "Handelsblatt". "Das ist nicht in dem Umfang vorhergesehen worden", kritisierte der Manager.

Quelle: n-tv.de

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