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Ein Schützenpanzer des Typs Puma, der von den deutschen Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetal entwickelt und produziert wird.
Ein Schützenpanzer des Typs Puma, der von den deutschen Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetal entwickelt und produziert wird.(Foto: picture alliance / dpa)

Tiefrote Zahlen: Rheinmetall-Kurs trotzt Rüstungssorgen

Der Mischkonzern Rheinmetall leidet weiter unter den zusammengestrichenen Verteidigungsetats. Die Geschäfte haben sich dank der Autosparte zwar erholt, unterm Strich steht aber wieder ein dickes Minus. Den Anlegern ist das egal.

Verluste in der Rüstungssparte haben den Mischkonzern Rheinmetall zum Jahresstart weiter in den roten Zahlen gehalten. Zwar profitierte der Automobilzulieferer und Rüstungskonzerns davon, dass in Europa wieder mehr Autos gebaut wurden - aber ein Gewinnanstieg des Zuliefergeschäfts um 74 Prozent reichte nicht, um unter dem Strich für einen Überschuss zu sorgen. Allerdings störte das die Anleger nicht, die Aktie schloss acht Prozent fester. Die Titel waren damit Top-Gewinner im Nebenwerte-Index MDax.

Nach Steuern blieb ein Minus von 13 Millionen Euro und damit immerhin nur noch knapp halb so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz legte dabei in beiden Geschäftsfeldern deutlich zu. Er kletterte konzernweit um 12 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro.

Trotzdem ist es eine Erholung auf niedrigem Niveau. Denn im ersten Quartal 2013 hatte Rheinmetall sehr schwach abgeschnitten, da der europäische Automobilmarkt darnieder lag und die Geschäfte in der Defence-Sparte stotterten. Zudem belastete bereits seinerzeit die laufende Restrukturierung die Ergebnisse.

Operativ im Plus

Trotz zuletzt mehrerer Großaufträge leidet Rheinmetalls Militärgeschäft weiter unter den schrumpfenden Verteidigungsetats vieler westlicher Staaten. Der MDax-Konzern will deswegen verstärkt außerhalb Europas aktiv werden und steuert mit einem Sparkurs gegen. Auch in der Autosparte setzte der Vorstand den Rotstift an - das Geschäftsfeld profitierte zum Jahresstart davon, dass in Westeuropa sieben Prozent mehr Neuwagen vom Band liefen.

Operativ und bereinigt um Sondereffekte verdiente der MDax-Konzern 1 Million Euro nach einem Verlust von 14 Millionen Euro im Vorjahr. Rechnet man die Belastungen aus der laufenden Restrukturierung mit ein, erzielte Rheinmetall ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Zum Jahresauftakt 2013 hatte das Minus noch bei 19 Millionen Euro gelegen.

Prognose für 2014 steht

Den Ausblick für 2014 bestätigte Konzernchef Armin Papperger. Die Düsseldorfer rechnen weiterhin mit einem Konzernumsatz von 4,8 bis 4,9 Milliarden Euro sowie - inklusive Sanierungskosten von 10 Millionen Euro - einem operativen Gewinn zwischen 220 und 240 Millionen Euro.

2013 war für Rheinmetall ein Jahr zum Vergessen gewesen. Im Juli gab es nach dem schwachen Jahresstart eine Gewinnwarnung. Im November mussten dann nochmals die Ziele für das Defence-Segment zurückgenommen werden, da in Zeiten knapper öffentlicher Kassen weltweit die Verteidigungsbudgets gekürzt werden. Bei geschrumpften Einnahmen war das Unternehmen 2013 insgesamt gesehen in die roten Zahlen gerutscht. Die Dividende wurde deutlich zusammengestrichen.

Quelle: n-tv.de

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