Wirtschaft
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Kunden kaufen weniger Munition: Rheinmetall kassiert Prognose

Die Sparpolitik in vielen Ländern wirkt sich negativ auf das Ergebnis von Rheinmetall aus. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern wird seine Jahresziele nicht halten können. Die Aktie gibt nachbörslich kräftig nach.

Der Panzer- und Autoteilehersteller Rheinmetall kann seine Jahresziele nicht mehr erreichen. Weil viele Länder ihre Rüstungsausgaben deutlich zusammenstreichen, musste der MDax-Konzern seine Ergebniserwartung für das Rüstungsgeschäft und damit auch für den Konzern spürbar reduzieren. Die Aktie gab nach der Gewinnwarnung im Frankfurter Spezialistenhandel kräftig nach.

Dabei dürfte sich die Überraschung in Grenzen halten. Denn schon nach dem schwachen Jahresauftakt waren am Markt Zweifel an der Prognose aufgekommen. Im ersten Quartal war der Umsatz zweistellig gefallen und Rheinmetall in die roten Zahlen gerutscht. Ein Problem ist die maue Nachfrage nach Rüstungsgütern, insbesondere im Munitionsgeschäft. Außerdem führt der Konzern die hohen Kosten etwa für die Abwicklung einzelner Aufträge an.

Für den Bereich "Defence" geht Rheinmetall dementsprechend nur von einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 60 bis 70 Millionen Euro aus, rund die Hälfte der bisherigen Zielmarke von 130 Millionen Euro. Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro sind hier noch nicht berücksichtigt. Die Umsatzprognose lautet statt auf 2,4 nur noch auf 2,3 Milliarden Euro, obwohl sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr gut entwickelte. Er stieg um 13 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro, der Auftragsbestand lag per Ende Juni mit 5,38 Milliarden Euro 17 Prozent über dem Vorjahreswert. Der jüngste Auftrag über 1,1 Milliarden Euro aus Australien ist darin noch gar nicht enthalten, er wird im dritten Quartal verbucht.

Jahresumsatz etwas unter Zielmarke

Die Absatzschwäche auf dem Automarkt konnte Rheinmetall allerdings offenbar nicht so viel anhaben. Die Prognose für den Bereich Automotive bestätigten die Düsseldorfer. Der Umsatz soll hier 2,4 bis 2,5 Milliarden Euro erreichen, das bereinigte Ebit wird sich voraussichtlich auf 140 Millionen Euro belaufen. Dazu kommen Restrukturierungskosten von 35 Millionen Euro.

Auf Konzernebene soll das bereinigte operative Ergebnis nun 180 bis 200 Millionen Euro erreichen, zuvor war Rheinmetall von 240 bis 260 Millionen Euro ausgegangen. Der Jahresumsatz wird wohl zwischen 4,7 und 4,8 Milliarden Euro liegen, nachdem zuvor 100 Millionen Euro mehr angepeilt waren.

Die endgültigen Zahlen zum ersten Halbjahr 2013 wird Rheinmetall am 9. August 2013 veröffentlichen.

Quelle: n-tv.de

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