Wirtschaft
Rheinmetall liefert zum Schützenpanzer des Typs Puma.
Rheinmetall liefert zum Schützenpanzer des Typs Puma.(Foto: picture alliance / dpa)

Autogeschäft läuft: Rheinmetall vermeidet knapp das Minus

Der Rüstungskonzern Rheinmetall erwirtschaftet im dritten Quartal einen minimalen Gewinn. Nach neun Monaten bleiben die Zahlen aber rot. Hoffnung machen die gut gefüllten Bestellbücher. An der Börse sackt der Kurs dennoch ab.

Der Rüstungskonzern und Automobilzulieferer Rheinmetall hat sich im dritten Quartal wieder in die Gewinnzone gekämpft. Belastet hat aber erneut das schwache Verteidigungsgeschäft. Für das Gesamtjahr sehen sich die Düsseldorfer trotz schwacher Rüstungsgeschäfte und Restrukturierungsaufwendungen weiter auf Kurs. Das dicke Auftragspolster macht zudem Hoffnung auf zukünftig wieder bessere Geschäfte.

Unter dem Strich erzielte der MDax-Konzern in den drei Monaten einen Gewinn von lediglich einer Million Euro nach 28 Millionen im Vorjahr. Damit schnitt Rheinmetall etwas besser als erwartet ab als erwartet - Analysten hatten mit einem kleinen Verlust gerechnet. Auch operativ ging es deutlich bergab auf 18 Millionen Euro, im Vorjahr lag das operative Ergebnis bei 47 Millionen. Der operative Verlust bei Defence wurde von Automotive mehr als kompensiert.

Großauftrag füllt Orderbücher

Am Kampfpanzer Leopard 2 A7+ sind die Düsseldorfer ebenfalls beteiligt.
Am Kampfpanzer Leopard 2 A7+ sind die Düsseldorfer ebenfalls beteiligt.(Foto: picture alliance / dpa)

Bei den neuen Aufträgen hellt sich die Lage dagegen auf. Die Order kletterten um fast das Doppelte auf mehr als zwei Milliarden Euro. Hierzu trug vor allem der Gewinn eines Großauftrags für Militär-Lkw aus Australien im Volumen von 1,1 Milliarden Euro bei, der als einer der größten Einzelaufträge in die Konzerngeschichte eingeht. Analysten hatten Rheinmetall deshalb sogar einen noch etwas stärkeren Anstieg bei den Aufträgen zugetraut.

Der Umsatz stieg auf Jahressicht minimal auf gut eine Milliarde Euro. Auch hier wurde am Markt etwas mehr erwartet. Dass der Umsatz wenigstens ein bisschen wuchs, lag am Automotive-Geschäft: Hier kletterten die Erlöse um sieben Prozent.

In den ersten neun Monaten häufte das Unternehmen jedoch einen Fehlbetrag von 47 Millionen Euro an. Im Vorjahr stand zum selben zeitpunkt noch ein Plus von 93 Millionen. Operativ war das Ergebnis (Ebit) ausgeglichen. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf rund drei Milliarden Euro.

Ziele bestätigt

Auf Jahressicht rechnet Rheinmetall dennoch unverändert mit einem Jahresumsatz zwischen 4,7 Milliarden und 4,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 180 Millionen bis 200 Millionen Euro betragen.

Die Verteidigungssparte soll weiterhin einen Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Euro erzielen. Für seinen Automotive-Bereich rechnet Rheinmetall unverändert mit einem Gesamtumsatz von 2,4 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis der Sparte wird der Konzern indes etwas optimistischer.

Als "grob in line und damit eher unspektakulär" werden die Zahlen im Handel aufgenommen. "Einige Daten liegen zwar ganz leicht unter Prognose, da der Ausblick für Umsatz und Gewinn aber bestätigt wurde, ist das nicht wichtig", sagt ein Händler. Dennoch setzte das Papier fast sechs Prozent zurück.

Quelle: n-tv.de

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