Mittwoch, 18. August 2010
Spionagevorwürfe gegen Mattel: Bratz verklagt Barbie
Der Krieg der Puppen geht weiter: Nach jahrelangen juristigen Streitereien verklagt der Hersteller der Bratz-Puppen den Barbie-Produzenten Mattel. Seit mehr als 15 Jahren soll Mattel bereits versuchen, Rivalen auszuspionieren.Nach juristischem Wirbel um seine Barbie-Puppen ist der US-Konzern Mattel erneut in einen heftigen Rechtsstreit mit einem Konkurrenten verwickelt. Der Rivale MGA Entertainment wirft Mattel nun Spionage vor, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Justizdokumente berichtete. Mattel versuche seit mehr als 15 Jahren, seine Konkurrenten auszuspionieren, zitierte das Blatt aus den Unterlagen.
Mattel-Beschäftigte seien mit gefälschten Ausweisen sowohl auf das MGA-Betriebsgelände als auch auf das Gelände des Spielzeugherstellers Hasbro vorgedrungen und hätten Produkte fotografiert. Der Prozess wird dem Bericht zufolge im Januar vor einem kalifornischen Gerichtshof stattfinden.
Klagen durch alle Instanzen
Erst jüngst hatte Mattel im Streit um Barbie-Konkurrenz eine Niederlage vor Gericht erlitten. Ein Berufungsgericht hatte im Juli das Urteil einer niedrigeren Instantz gegen den Bratz-Hersteller MGA aufgehoben. Das frühere Urteil war zu dem Schluss gekommen, MGA habe die Idee für Bratz von Mattel und Barbie gestohlen.
"Mattel kann nicht ein Monopol für Modepuppen mit frechem Aussehen oder Eigenschaften oder für sportliche und modische Puppenkleidung beanspruchen. Das sind alles nicht schützbare Ideen", begründete der Richter Alex Kozinski sein Urteil damals. Der gesamte Fall muss nun neu verhandelt werden.
Designer wechselte die Seiten
Mattel hatte den Bratz-Designer Carter Bryant wegen Vertragsbruchs verklagt. Der Konzern argumentiert, Bryant habe die Konkurrenzpuppe entworfen, als er noch für Mattel arbeitete. Dann habe er sie aber vom Mitbewerber MGA herstellen und vertreiben lassen.
Bratz hat sich seit ihrem Start 2001 zur ernsten Konkurrentin für Barbie entwickelt. Der Bratz-Umsatz übersteigt inzwischen eine Milliarde Dollar. Die Bratz-Serie, die aus vier verschiedenen Puppen besteht, wird ähnlich wie Barbie mit zahlreichen Outfits und Accessoires verkauft. Bratz punktet dabei vor allem durch ihr im Vergleich zu Barbie frecheres Aussehen und Image. Die Puppe wird auch in Deutschland verkauft.
AFP
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