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"Moralisch verwerflich": Rockefellers verabschieden sich vom Öl

Die Nachfahren des Öl-Tycoons John D. Rockefeller brechen mit der Vergangenheit und trennen sich von ihrer Beteiligung am Öl-Riesen Exxon. Sie stört, wie der Konzern mit dem Klimawandel umgeht.

Die Rockefeller-Familie trennt sich von Anlagen in fossile Brennstoffe und damit auch vom Ölriesen Exxon. Der Rockefeller Family Fund, eine Wohltätigkeitsorganisation, kündigte an, seine Anteile an dem Konzern abzustoßen. Auch von Beteiligungen im Bereich Kohle und kanadischem Ölsand werde man sich so schnell wie möglich verabschieden.

Angesichts der existenziellen Bedrohung, der sich die Menschheit und das natürliche Ökosystem ausgesetzt sähen, gebe es für Unternehmen "keinen vernünftigen Grund, weiter nach neuen Kohlenwasserstoff-Quellen zu suchen", teilte der Family Fund mit.

Der größte US-Ölkonzern habe offenbar über Jahrzehnte versucht, die Risiken des Klimawandels zu verschleiern, teilte der Family Fund mit. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt seit Ende vergangenen Jahres gegen Exxon. Dem Ölkonzern wird vorgeworfen, Öffentlichkeit und Anleger durch manipulierte Studienergebnisse über die Folgen des Klimawandels belogen zu haben.

Der Fonds folgt damit dem größeren Rockefeller Brothers Fund. Die ebenfalls als gemeinnützige Stiftung aufgestellte Organisation hatte bereits im September 2014 angekündigt, sich schrittweise von Anlagen in fossile Energien zu trennen.

Sagenhafter Reichtum

Die Entscheidungen der 1940 und 1967 von Familienmitgliedern gegründeten Fonds sind vor allem wegen der Geschichte des Clans bemerkenswert: Vor mehr als einem Jahrhundert machte John D. Rockefeller mit Standard Oil, einem Exxon-Vorläufer, ein Vermögen - er galt als einer der reichsten Menschen der Neuzeit.

Doch mittlerweile sieht der Family Fund Exxon kritisch: Das Verhalten des Konzerns bei Klimathemen scheine "moralisch verwerflich" zu sein.

Quelle: n-tv.de

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