Wirtschaft

Faule Kredite machen zu schaffenRote Zahlen bei Commerzbank

05.11.2009, 09:00 Uhr

Das mit Milliardengeldern vom Staat gestützte Geldinstitut musste allein im dritten Quartal für ausfallgefährdete Darlehen 1,05 Mrd. Euro zur Seite legen. Im Vorjahreszeitraum lag die Risikovorsorge noch bei knapp unter 900 Mio. Euro.

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Schmerzhafte Integration der Dresdner Bank. (Foto: dpa)

Die Commerzbank ächzt unter einem Berg fauler Kredite. Das mit Milliardengeldern vom Staat gestützte Institut musste allein im dritten Quartal für ausfallgefährdete Darlehen 1,05 Mrd. Euro zur Seite legen. Im Vorjahreszeitraum lag die Risikovorsorge noch bei knapp unter 900 Mio. Euro.

Die Erhöhung sei vor allem auf Wertberichtigungen auf Kredite an ausländische Banken sowie im Immobilien- und Schiffsfinanzierungsgeschäft zurückzuführen, teilte das Geldinstitut mit. Im weiteren Jahresverlauf sei mit einer weiteren Erhöhung der Risikovorsorge zu rechnen.

Wegen Abschreibungen auf den Firmenwert der Tochter Eurohypo sowie Kosten für die Integration der Dresdner Bank erzielte die Commerzbank im dritten Quartal einen Fehlbetrag von knapp über einer Mrd. Euro.

Toxische Papiere im Wert von 24 Mrd. Euro

Die Altlasten der Dresdner Bank werden der Commerzbank wohl noch lange Zeit Kopfschmerzen bereiten. Mit einem zügigen Abbau der kritischen Wertpapiere sei wegen des unverändert schwierigen Marktumfelds in diesem Jahr nicht zu rechnen, erklärte die zweitgrößte deutsche Bank. Insgesamt sitzt die Commerzbank noch auf toxischen Papieren im Umfang von knapp 24 Mrd. Euro. Seit Ende 2008 hat sich das Portfolio um nur fünf Mrd. Euro verringert.

Die Commerzbank will die vor allem aus dem Handelsbuch der Dresdner-Investmentbanksparte stammenden Papiere systematisch abbauen. Da es an den entsprechenden Märkten aber weiter kaum Käufer gibt, ist das schwierig.

Im dritten Quartal erwirtschaftete die Commerzbank dank einer leichten Erholung der Kapitalmärkte in ihrer internen Abwicklungseinheit PRU, in der diese Papiere stecken, einen operativen Gewinn von 497 Mio. Euro nach einem Verlust von mehr als einer Mrd. Euro im Jahr zuvor. Nach Ansicht von Experten sind die Gewinne des dritten Quartals nicht nachhaltig. Auch die Commerzbank selbst rechnet mit weiteren Verlusten beim Verkauf einzelner Portfolios.

Weitere Risiken lauern

In den kommenden Monaten droht weiteres Ungemach: Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage erwarten Experten, dass viele Firmen und Privatleute ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können. Entscheidend wird sein, wie sehr die Commerzbank unter diesen Ausfällen zu leiden hat und welche Risiken noch in den Kreditbüchern schlummern.

Von Milliardengewinnen wie beim Rivalen Deutsche Bank ist die Commerzbank 2009 jedenfalls weit entfernt.

Quelle: wne/rts