Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Es geht abwärts: Rubel schmiert ab

Wenige Tage vor der langen Feiertagspause verliert der Rubel deutlich an Wert und erreicht zum Dollar den tiefsten Stand des Jahres. Das könnte die ohnehin kräftige Inflation wieder befeuern.

Der Rubel steht kräftig unter Druck. Am Vormittag fiel die russische Währung am Devisenmarkt auf 72,37 Rubel je Dollar und damit auf den tiefsten Stand dieses Jahres. Für einen Euro wurden 79,55 Rubel fällig. Das war der höchste Stand seit August.

Devisenhändler machten mehrere Ursachen für den Kursrutsch verantwortlich. Als ein Grund gilt der sinkende Ölpreis. In London hatte dieser den niedrigsten Stand seit 2004 erreicht. Am frühen Nachmittag kostete ein Fass der US-Sorte WTI nur noch knapp unter 37 Dollar. Da die russische Wirtschaft von Öl-Exporten abhängig ist, hängen die Entwicklung des Rohstoffpreises und die der russischen Währung eng zusammen.

Russland steckt in der Rezession. Die russische Zentralbank geht davon aus, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr um mehr als zwei Prozent schrumpft, sollte der Ölpreis auf dem derzeitigen niedrigen Niveau verharren. Für das laufende Jahr rechnet die Zentralbank damit, dass die Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent zurückgegangen ist. Neben dem schwachen Ölpreis machen dem Land auch die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Finanz-Sanktionen des Westens zu schaffen.

Als ein weiterer Grund für die derzeitige Rubelschwäche gilt die zehntägige Feiertagspause an den russischen Märkten rund um Neujahr und das orthodoxe Weihnachtsfest. Vor dieser langen Handelsunterbrechung trennen sich viele Anleger erfahrungsgemäß vorsichtshalber von risikoreicheren Anlageklassen.

Außerdem hatten in den zurückliegenden Wochen exportorientierte russische Unternehmen Rubel gekauft, um ihre Steuern in Russland in heimischer Währung zahlen zu können. Diese Käufe, die den Rubel trotz des schwachen Ölpreises gestützt hatten, laufen nun aus.

Preise steigen kräftig

Der schwache Rubel könnte die hohe Inflation in Russland wieder anheizen, denn damit werden die Importe teurer. Im November lag die Teuerungsrate bei 15 Prozent und war damit etwas schwächer als im Oktober. Außerdem könnte die Notenbank nun weiterhin gezwungen sein, den Leitzins weiter hoch zu halten. Im September und Oktober hatte sie ihn in fünf aufeinanderfolgenden Schritten auf 11 Prozent gesenkt. Für eine Wirtschaft, die in der Rezession steckt, sind hohe Zinsen tendenziell schädlich. Sie wirken aber anti-inflationär.

Unterdessen hat die russische Zentralbank vor dem Hintergrund des schwächelnden Rubel hat den Tauch in Fremdwährungen erschwert. Wer ab kommenden Sonntag mehr als 15.000 Rubel (knapp 190 Euro) in russischen Banken oder Wechselstuben umtauschen will, muss dem staatlichen Medium "RT" zufolge seinen Namen, seine Passnummer, den Geburtsort und seine Steuernummer angeben. Die Daten sollen mindestens für fünf Jahre gespeichert werden. Offiziell will die Regierung damit Geldwäsche bekämpfen.

Quelle: n-tv.de

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