Wirtschaft

Massiver GewinneinbruchRusal leidet unter Preissturz

19.03.2012, 10:49 Uhr
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Rusal hat ein kompliziertes Jahr hinter sich. (Foto: REUTERS)

Der starke Preisverfall bei Aluminium macht Rusal arg zu schaffen. Der russische Konzern verzeichnet im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang von mehr als 90 Prozent. Allerdings muss Rusal auch Abschreibungen auf die Beteiligung an Norilsk Nickel vornehmen.

Der hohe Preisdruck in der Aluminiumindustrie setztBranchenprimus Rusal mächtig zu. Der Nettogewinn des russischen Konzerns stürzte 2011 um 92 Prozent auf 237 Millionen Dollar ab. Ein weiterer Grund dafür seien neben dem Einbruch der Aluminiumpreise Ende vergangenen Jahres auch Wertabschreibungen auf die Beteiligung an dem russischen Minenkonzern Norilsk Nickel, teilte das Unternehmen mit.

Die Branche beliefert vor allem Luftfahrt-, Auto-, Bau- und Verpackungsindustrie. Rusal erwartet für dieses Jahr einen Anstieg der weltweiten Aluminium-Nachfrage um sieben Prozent, vor allem wegen der Bestellungen aus China und Indien. Allerdings werde auf kurze Sicht der Druck auf die Preise anhalten wegen globaler Unsicherheiten und hoher Lagerbestände.

"Wir gehen davon aus, dass Rusal in der weltweiten Aluminiumindustrie angesichts seiner geringen Kostenbasis gut positioniert ist", sagte RBS-Analystin Jeannette Sim. "Daher sollte das Unternehmen im Vergleich zu seinen Konkurrenten in der Lage sein, eine bessere operative Entwicklung aufzuweisen." Rusal-Aktien legten an der Börse in Hongkong 1,4 Prozent zu, nachdem sie in der vergangenen Woche 14 Prozent abgegeben hatten. Der Kursrutsch war eine Reaktion auf Äußerungen des früheren Rusal-Verwaltungsratsvorsitzenden, dem russischen Oligarchen Viktor Wekselberg, das Unternehmen befinde sich "in einer tiefen Krise".

Wekselberg, der zusammen mit einem Partner einen 15,8-prozentigen Anteil am Unternehmen hält, hatte seinen Posten erst vor wenigen Tagen geräumt. Vorausgegangen war ein Streit über die Firmenstrategie mit dem Konzernchef und größten Aktionär Oleg Deripaska - ebenfalls ein russischer Milliardär. Zum Nachfolger Wekselbergs als Verwaltungsratschef wurde am Wochenende Barry Cheung von der Hongkonger Derivate-Börse Mercantile Exchange ernannt.

Quelle: ntv.de, rts