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Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf ...
Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf ...(Foto: picture alliance / dpa)

Rekordjahr der Kernmarke: Russen lieben VW

Volkswagen bleibt Europas größter Automobilkonzern - auch dank der auf Rekordkurs fahrenden Pkw-Marken. Im abgelaufenen Jahr präsentiert sich vor allem die Kernmarke VW mit der Neuauflage des Erfolgsmodells Golf bärenstark. Die leichte Schwäche auf dem Heimatmarkt wird im Ausland mehr als ausgeglichen. Russland sticht dabei heraus.

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Die Kernmarke von Europas größtem Autobauer Volkswagen hat 2012 einen neuen Rekordabsatz eingefahren und dank weltweit glänzender Geschäfte die Folgen der europäischen Marktkrise mehr als ausgleichen können. VW-Pkw lieferten im vergangenen Jahr 5,74 Millionen Fahrzeuge aus - ein Plus von 12,7 Prozent im Vergleich zu 2011, wie der Konzern mitteilte. In Westeuropa und auf dem deutschen Heimatmarkt gelang es den Niedersachsen insgesamt aber nicht, die Nachfragekrise abzuschütteln. "2013 wird ein sehr anspruchsvolles Jahr", sagte VW-Vertriebschef Christian Klingler.

Schon bis Ende November hatte die VW-Gruppe mehr Autos an Kunden in aller Welt übergeben als im Gesamtjahr 2011. Auch für die Hauptmarke zeichnete sich ein neuer Bestwert ab, der nach einem Jahresabschluss nach Maß im Dezember nun erreicht wurde: Im vergangenen Monat legten die Auslieferungen um 30,6 Prozent zu.

Klingler setzt vor allem auf den im November gestarteten Golf 7, damit der gute Trend anhält: "Unser neuer Golf ist hervorragend gestartet und hat die Wettbewerbsposition von Volkswagen deutlich gestärkt."

Russland: plus 40 Prozent

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Treiber des Wachstums bleiben die Märkte in Übersee und Osteuropa. So verkaufte VW in Nordamerika 2012 über ein Viertel mehr Autos als 2011, für die USA nannte das Unternehmen einen Wert von 35,1 Prozent. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, der Konzern erwarte für die Vereinigten Staaten weitere Zuwächse. Aber auch in Brasilien (plus 11,7 Prozent), China (plus 24,8 Prozent) sowie in Zentral- und Osteuropa (plus 22,4 Prozent) drehte die Marke weiter auf - in Russland sogar um fast 40 Prozent.

Nicht abkoppeln konnte sich Volkswagen dagegen von den Problemen, mit denen die gesamte Branche in West- und Südeuropa zu kämpfen hat. Die anhaltende Schuldenkrise drückt hier auf den Konsum, weniger Menschen können sich ein neues Auto leisten. Mit einem Absatzminus von 6,9 Prozent für Westeuropa und 1,2 Prozent für Deutschland kam VW dabei im Vergleich zu vielen Konkurrenten aber relativ glimpflich davon. Klingler sprach von "neuen und schwierigen Herausforderungen". Im Dezember waren die Neuzulassungen von VW-Pkw auf dem deutschen Automarkt allerdings um 22,7 Prozent in den Keller gegangen.

Die Gesamtbilanz für 2012 fällt unterm Strich dennoch besser aus als bei den schärfsten Rivalen. Zwar verbuchten auch BMW und Daimler neue Absatzrekorde. Die Bayern landeten einschließlich der Marken Mini und Rolls-Royce mit einem Plus von fast 11 Prozent auf 1,845 Millionen Autos aber hinter VW. Daimler legte mit Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach um 4,5 Prozent auf 1,42 Millionen Fahrzeuge zu. Die VW-Tochter Audi überflügelte die Schwaben wie schon 2011 mit 1,455 Millionen Autos (plus 11,7 Prozent) und ist inzwischen auch BMW dicht auf den Fersen.

Bei den Anlegern kamen die Zahlen gut an. Die VW-Papiere legten in einem nahezu unveränderten Marktumfeld überdurchschnittlich stark zu.

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Quelle: n-tv.de

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