Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Schlusslicht Moskau: Russische Börse hadert mit Ukraine-Konflikt

Das Ende der Waffenruhe in der Ukraine besorgt Börsianer in der russischen Hauptstadt Moskau. Die dortige Börse verliert - ebenso der Rubel. Düstere Nachrichten kommen zudem von den Frühindikatoren.

Das vom ukrainischen Präsidenten verkündete Ende der Waffenruhe im Konflikt mit den prorussischen Separatisten geht an der Börse in Moskau nicht spurlos vorbei. Während es an den meisten Aktienmärkten in Europa leicht aufwärtsgeht mit den Indizes, fällt der RTSI in Moskau am Dienstag um bis zu 1,3 Prozent zurück und ist klar das Schlusslicht. Wie nervös die Anleger angesichts der vom ukrainischen Präsidenten Poroschenko angekündigten Offensive gegen die Separatisten sind, spiegelt sich auch am Devisenmarkt wider. Dort fällt der Rubel deutlich zurück. Der Dollar geht mit 34,23 Rubel um, verglichen mit Ständen knapp unter 34,00 am späten Montag und 33,80 zu Beginn des Handels am Vortag.

Poroschenko hatte mitgeteilt, dass der ausgelaufene Waffenstillstand nicht verlängert werde. "Wir werden angreifen", sagte er mit Blick auf die prorussischen Separatisten und betonte zugleich, an seinem Friedensplan für die Ukraine festzuhalten. Die prorussischen Kämpfer hätten öffentlich ihre Weigerung erklärt, den Friedensplan im Allgemeinen und die Waffenruhe im Besonderen zu unterstützen.

Neue leicht positive Konjunkturdaten aus Russland können in dieser Gemengelage nicht stützen, zumal sie eher unterstreichen, dass der Konflikt mit der Ukraine die Wirtschaft schwer belastet. So ist der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes im Juni zwar von 48,9 auf 49,1 gestiegen, damit verharrt er aber immer noch unter der Expansionsschwelle von 50.

"Hier zahlt Russland den Preis für seine Geopolitik", sagt HSBC-Ökonom Artyom Biryukov von HSBC. "Das ist wahrscheinlich die beste Erklärung für den deutlichen Rückgang der Exportaufträge angesichts der gleichzeitigen Verbesserung der PMI-Daten aus China." Den Daten aus Russland zufolge seien die Neuaufträge innerhalb der vergangenen sieben Monate zum sechsten Mal gesunken, was auch für Juli ein schlechtes Zeichen sei.

Seit Jahresbeginn weist der Index der Moskauer Börse immer noch ein Minus von 6,5 Prozent auf, obwohl er sich von seinem Jahrestief Mitte März bereits wieder um über 25 Prozent erholt hat. Ähnlich sieht es beim Rubel aus. Auch er markierte im März ein Jahrestief bei 36,73 und hat sich seitdem deutlich erholt, ohne jedoch die Stände von vor Beginn der Krim-Krise und danach der Ukraine-Krise wieder zu erreichen.

Quelle: n-tv.de

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