Wirtschaft
Der Rubel hat dramatisch an Wert verloren.
Der Rubel hat dramatisch an Wert verloren.(Foto: dpa)

Schwacher Rubel : Russland ächzt unter hoher Inflation

Bereits 16 Prozent hat der Rubel gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn an Wert eingebüßt. Die weiche russische Währung sorgt für eine weiter steigende Inflationsrate. Die Regierung in Moskau rechnet mit einem russischen Rating auf Ramschniveau.

Angesichts des weiter abwärts taumelnden Rubel muss sich die russische Bevölkerung weiter auf steigende Preise einrichten. Im März oder April könnte die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahr zwischen 15 und 17 Prozent liegen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur TASS Vize-Wirtschaftsminister Alexej Wedjew. Derzeit liegt die Preissteigerung bei gut elf Prozent.

Zur Inflation trägt auch der vom Kreml verhängte Einfuhrstopp von Lebensmitteln aus den USA und der Europäischen Union bei. Buchweizen  - in Russland ein Grundnahrungsmittel - war im November um mehr als 50 Prozent teurer als vor einem Jahr, frische Tomaten kosteten nach Angaben der Statistikbehörde Rosstat rund 35 Prozent mehr, Kartoffeln 12,6 Prozent.

Die russische Währung büßte seit Jahresbeginn bereits 16 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar ein, nachdem sie 2014 um rund 41 Prozent abgestürzt war. Ein schwacher Rubel verteuert die Importe und wirkt so tendenziell inflationär.

Während derzeit die Ölpreise fallen, gibt auch der Rubel weiter nach. Der russische Staatshaushalt ist stark auf die Einnahmen aus dem Geschäft mit Gas und Öl angewiesen.

Russland leidet extrem unter den fallenden Ölpreisen und den Sanktionen, die der Westen im Ukraine-Konflikt verhängt hat. Wedjew zufolge verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr vorläufigen Berechnungen zufolge auf etwa 0,5 bis 0,6 Prozent. 2013 war die russische Wirtschaft noch um 1,3 Prozent gewachsen.

Wedjews Chef Alexej Ulukajew rechnet mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit seines Landes auf Ramschniveau. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei "ziemlich hoch", sagte der Wirtschaftsminister. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P)  prüft gerade die Bonität Russlands und hat ein Ergebnis für Mitte Januar in Aussicht gestellt.

In der vergangenen Woche hatte Fitch das russische Rating auf "BBB-" gesenkt - das ist eine Stufe über Ramschniveau. Dazu gab es einen negativen Ausblick.

Quelle: n-tv.de

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