Wirtschaft
Der Verband der russischen Getreideproduzenten warnt: Alle Maßnahmen, die den Gewinn der Hersteller schmälern, wirkten sich auf die Ernte für das nächste Jahr aus.
Der Verband der russischen Getreideproduzenten warnt: Alle Maßnahmen, die den Gewinn der Hersteller schmälern, wirkten sich auf die Ernte für das nächste Jahr aus.(Foto: imago stock&people)

Verkauf ins Ausland zu ertragreich: Russland führt Exportzoll für Getreide ein

Wenn russische Getreideproduzenten ihre Ware im Ausland verkaufen und nicht in Russland selbst, verdienen sie pro Tonne 65 Euro mehr. Schuld ist der Rubelverfall. Dem will die Regierung in Moskau entgegenwirken - unter anderem mit Exportzöllen.

Statt eines Exportverbots treibt Moskau für jede ausgeführte Tonne Getreide mindestens 35 Euro an Zollabgaben ein, um angesichts des Rubelverfalls die Versorgung im Land zu sichern. Sie wird zum Februar per Dekret für fünf Monate eingeführt. Auf dem Weltmarkt hat sich Getreide schon in der vergangenen Woche verteuert, weil befürchtet wurde, der drittgrößte Getreideexporteur könne die Ausfuhr verbieten - wie zuletzt im Jahr 2010.

Damals war eine miserable Ernte in Russland der Grund. Diesmal ist die Ernte besonders üppig ausgefallen. Doch der Rubel hat in diesem Jahr schon 40 Prozent gegenüber dem Dollar an Wert verloren. Deshalb verdienen russische Getreideproduzenten inzwischen 65 Euro pro Tonne mehr, wenn sie ihr Getreide im Ausland statt im Inland verkaufen, wie Vizeministerpräsident Arkadi Dworkowitsch erklärte.

Hürden erschweren Export

Die Exportabgabe beträgt 15 Prozent des Tonnenpreises plus 7,50 Euro, mindestens allerdings 35 Euro. Der Sonderzoll wird die Schwäche des Rubels also nicht kompensieren können. Allerdings hat die Regierung in Moskau offenbar schon andere Maßnahmen ergriffen, um den Export zu erschweren: So berichteten Händler, es sei viel schwieriger geworden, Güterzüge zu buchen oder Zertifikate zu erhalten, die die Lebensmittelsicherheit behördlich bestätigen.

Der Verband der russischen Getreideproduzenten bevorzugt den Zoll gegenüber einem Exportverbot. Allerdings warnte der Verband, alle Maßnahmen, die den Gewinn der Hersteller schmälern, würden sich auf die Ernte für das nächste Jahr auswirken. Überdies könne der Zoll das Vertrauen der Hauptabnehmer wie Türkei, Iran und Ägypten erschüttern.

Quelle: n-tv.de

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