Wirtschaft
160 Millionen Euro über drei Jahre: Bei einem Jahresgewinn von rund drei Milliarden Euro ist das nicht gerade viel.
160 Millionen Euro über drei Jahre: Bei einem Jahresgewinn von rund drei Milliarden Euro ist das nicht gerade viel.(Foto: dpa)

Neues Rechenzentrum in Walldorf: SAP-Chef bekommt 9,3 Millionen

Der aktuelle Geschäftsbericht von Europas größtem Softwarekonzern enthält Details, die nicht nur Analysten aufhorchen lassen: Für seine Leistungen im zurückliegenden Jahr darf SAP-Chef McDermott mit einer Gehaltserhöhung rechnen.

SAP-Chef Bill McDermott hat 2015 trotz eines Gewinnrückgangs mehr verdient als im Vorjahr. Für das vergangene Jahr bekommt der Vorstandschef von Europas größtem Softwarekonzern 9,3 Millionen Euro, wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht. Im Vorjahr waren es 8,1 Millionen Euro.

Das Gehalt der SAP-Vorstände setzt sich aus kurz-, mittel- und langfristigen Erfolgskomponenten zusammen. Teile des Geldes sieht McDermott also erst später. Sein Grundgehalt von 1,15 Millionen Euro blieb 2015 gleich.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn von SAP im Zusammenhang mit dem Konzernumbau unter anderem wegen hoher Kosten für Abfindungen und Frühverrentungen zurückgegangen. Allerdings sollen auch die Aktionäre mehr bekommen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine um 5 Cent höhere Dividende von 1,15 Euro je Aktie vor. Das wären rund 45 Prozent des Konzerngewinns nach Steuern und damit deutlich mehr als die Quote von 35 Prozent, die SAP bisher anstrebt. Über die Dividende entscheiden die Aktionäre bei der Hauptversammlung am 12. Mai.

SAP investiert in Deutschland

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Wie dem Geschäftsbericht ebenfalls zu entnehmen ist, will der Softwarekonzern in den kommenden Jahren einen großen Teil seines Investitionsbudgets für Gebäude und Anlagen in Deutschland ausgeben. Bis 2018 seien rund 160 Millionen Euro Ausgaben in Immobilien und Sachanlagen im Heimatmarkt geplant, teilte der Dax-Konzern mit.

Der Großteil der Investitionssumme, knapp 130 Millionen Euro, ist für den Konzernsitz im baden-württembergischen Walldorf vorgesehen. Dort werden ein Rechenzentrum und ein Blockheizkraftwerk gebaut. Weitere Schwerpunkte neben Walldorf sind unter anderem Berlin und Potsdam. In den drei Jahren entfallen damit rund ein Drittel der konzernweiten Investitionen in Sachanlagen auf Deutschland. SAP machte im vergangenen Jahr etwa 13 Prozent seiner Umsätze auf dem Heimatmarkt.

Früheren Angaben zufolge konnte SAP für das Jahr 2015 ein Umsatzplus von 18 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro verbuchen. Der Umbau drückte allerdings erneut auf den Gewinn, der auf 3,06 Milliarden Euro zurückging. Im Zuge der Neuausrichtung strich SAP weltweit Stellen.

McDermott bleibt länger

Erst kurz vor Ostern hatte SAP die Verträge mit Konzernchef McDermott und anderen Vorstandsmitgliedern vorzeitig verlängert. Die eigentlich 2017 auslaufenden Verpflichtungen von McDermott und Finanzchef Luka Mucic liefen nun bis 2021, hieß es in einer internen Mitteilung. SAP trat damit im eigenen Haus Spekulationen entgegen, Vorstandschef McDermott sei nicht fit genug für die Führung von Europas größtem Software-Konzern.

McDermott hatte im Juli vergangenen Jahres bei einem Sturz ein Auge verloren. SAP verlängerte auch die ursprünglich 2017 auslaufenden Verträge von Entwicklungschef Bernd Leukert und Vertriebschef Rob Enslin. Um den anhaltenden Erfolg des Unternehmen sicherzustellen, habe sich SAP entschlossen, die Vorstandsverträge um fünf Jahre zu verlängern, hieß es in dem von Aufsichtsratschef Hasso Plattner unterzeichneten Schreiben an die Mitarbeiter.

Vergangenen Monat hatte das Magazin "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, es gebe Überlegungen, McDermott durch zwei Co-Chefs zu ersetzen. Im Oktober hatte der meist euphorisch auftretende Amerikaner erklärt, er sei nach seinem Unfall wieder fit: "Ich bin nicht nur fähig, sondern fähiger denn je."

Quelle: n-tv.de

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