Wirtschaft

Appell an die Mitarbeiter: SAP zieht die Kostenbremse

Der Softwarekonzern SAP will die Kosten weiter drosseln. Mit einem konzernweiten Sparprogramm sollen nach einem Medienbericht im zweiten Halbjahr insgesamt 200 Millionen Euro eingespart werden. Die Mitarbeiter sollen dabei eine tragende Rolle übernehmen.

Der neue Allein-Entscheider an der Spitze: Bill McDermott.
Der neue Allein-Entscheider an der Spitze: Bill McDermott.(Foto: picture alliance / dpa)

Beim größten deutschen Softwarekonzern SAP bläst ein frischer Wind durch die Korridore: Nach der Ankündigung, die Doppelspitze abzuschaffen und nach einer gekappten Umsatzprognose kündigt das Management ein neues Sparprogramm an. Der Vorstand habe an alle Mitarbeiter appelliert, Kostendisziplin zu üben, teilte der Dax-Konzern in Walldorf mit. Er bestätigte damit einen entsprechenden Medienbericht. Die "Wirtschaftswoche" hatte unter Berufung auf interne Dokumente berichtet, SAP wolle im zweiten Halbjahr 2013 insgesamt 200 Millionen Euro sparen. Ein Sprecher wollte die Summe nicht kommentieren.

Die Hälfte des Geldes soll dem Magazin zufolge bei den Sachkosten eingespart werden. Dazu gehören externe Dienstleister, Werkverträge und Reisen. Die andere Hälfte falle bei Infrastrukturausgaben und Umzügen weg, heißt es weiter. Baumaßnahmen sollen ins Jahr 2014 verschoben werden. Personalkosten sind bei den Sparmaßnahmen kein Faktor. Offiziell heißt es: SAP fokussiere sich "über alle Bereiche hinweg auf die variablen Kosten, im Wesentlichen auf externe Dienstleistungen, Reiseaufwendungen und Infrastrukturaufwendungen."

Jahresprognose gekippt

Die wirtschaftliche Lage in Asien hatte den vom Wachstum verwöhnten Softwarekonzern zuletzt ausgebremst. Das Unternehmen kündigte daher an, seine Produkt- und Serviceumsätze in diesem Jahr nur noch um mindestens 10 Prozent steigern. Ursprünglich sollten die Erlöse aus Softwareverkäufen und Services wie Wartung und Support um 11 bis 13 Prozent zulegen - Währungsschwankungen und andere Nebeneffekte herausgerechnet.

SAP hatte vor einer Woche das Ende seiner Doppelspitze verkündet. Bill McDermott schaltet und waltet künftig allein. Jim Hagemann Snabe wird längstens noch bis Mai 2014 gleichberechtigt mit McDermott arbeiten.

Quelle: n-tv.de

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