Donnerstag, 02. Juli 2009
Neue Richtlinien: SEC stärkt Aktionärsrechte
Die US-Börsenaufsicht SEC unterwirft die Vorstände von Unternehmen einer stärkeren Kontrolle durch die Aktionäre. In einer umfassenden Reform verpflichtet die Behörde das Spitzenmanagement dazu, den Anteilseignern mehr Auskunft über seine Bezahlung und seine Qualifikationen zu geben.
In Washinton tut sich was: Wie vom US-Congress gefordert, dürfen die Investoren künftig auch bei der Managerbezahung mitreden.
(Foto: REUTERS)
Wie vom US-Kongress gefordert erhalten die Investoren künftig auch eine beratende Stimme bei der Bezahlung der Führungskräfte von mehr als 500 Unternehmen, die in der Finanzkrise staatliche Hilfen erhalten haben. Die Regeln sollen 2010 in Kraft treten und Missstände wie schlecht kontrollierte Unternehmensführungen und übermäßige Boni beheben, die als eine Ursache der Finanzkrise gelten.
Die Reform stärkt auch den Einfluss der Anteilseigner auf die Zusammensetzung des Vorstands. Brokerhäuser dürfen künftig nicht mehr automatisch im Namen der Aktionäre abstimmen, deren Anteile sie verwalten, sondern müssen explizit dazu beauftragt werden. Damit dürfte es für Investoren einfacher werden, umstrittene Manager zu kippen. Sie klagen seit langem darüber, dass Börsenmakler Vorstandsentscheidungen unkritisch unterstützen und den Ausschlag zugunsten umstrittener Führungskräfte geben.
Bernard Madoff sorgte für den schwersten Betrugsfall in der Finanzgeschichte der USA.
Die Börsenaufsichtsbehörde SEC musste sich in der vergangenen Zeit einige Kritik an ihrer Prüfpraxis gefallen lassen. Neben dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 ist der Betrugsfall Bernard Madoff einer der wichtigsten Auslöser für die Reform der Finanzmarktregulierung und der US-Börsenaufsicht.
ddi/rts
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