Wirtschaft

"Das ist gar kein Ausblick"Salzgitter glüht rot

05.03.2010, 08:51 Uhr

Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter rutscht im Krisenjahr 2009 tief in die roten Zahlen. Für das laufende Jahr sieht das Management "nach wie vor erhebliche Risiken" - bei einer verhältnismäßig überschaubaren Gewinnerwartung. Der Markt reagiert enttäuscht.

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Den Umgang mit heißen Eisen ist man in Salzgitter gewohnt: Im Bild leuchtet rotglühender Stahl. (Foto: REUTERS)

Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter erwartet angesichts der Unsicherheit der Märkte für 2010 nur einen kleinen Gewinn. "Wir erwarten für unseren Konzern ein positives Vorsteuerergebnis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich", teilte der Dax-Konzern mit. "Allerdings bestehen nach wie vor erhebliche Risiken: Neben der absehbaren Verteuerung der Rohstoffkosten ist die Erholung der Stahl- und Maschinenbaumärkte weiterhin mit Unsicherheiten behaftet."

Für die meisten Konzern-Gesellschaften sei eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage aber absehbar, so das Unternehmen weiter. Allerdings könnten Rohstoffpreise und Wechselkurse das Ergebnis erheblich beeinflussen.

Im abgelaufenen Jahr verbuchte Salzgitter einen Nettoverlust von 386,9 Mio. Euro. Damit blieb der Stahlkonzern leicht unter den Markterwartungen. 2008 hatte das Unternehmen noch einen Überschuss von 677 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz brach 2009 um ein Drittel auf 7,8 Mrd. Euro ein. Schon im Februar hatte der Konzern einen Vorsteuerverlust von 495 Mio. Euro gemeldet.

Die Zahlen kamen am Markt nicht gut an. "Das ist gar kein Ausblick", beschwerte sich ein Händler. "Der Ausblick beeindruckt nicht gerade", bestätigte ein anderer Händler. Salzgitter hatten am Vorabend mit 67,96 Euro knapp ein Prozent niedriger geschlossen.

Quelle: mmo/dpa/rts