Wirtschaft
Bei Salzgitter liefen die Geschäfte auch schon einmal besser.
Bei Salzgitter liefen die Geschäfte auch schon einmal besser.(Foto: picture alliance / dpa)

Stahlbranche in der Krise?: Salzgitter kocht Verluste

Bevor ThyssenKrupp seine Zahlen präsentiert, deutet Salzgitter bereits an, dass die Stahlbranche vor keinem einfachen Jahr steht. Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern weist zwar ein Umsatzplus im vergangenen Jahr aus. Unterm Strich steht aber ein Verlust - und ein verhaltener Ausblick.

Das schwache Stahlgeschäft in Europa hat Salzgitter die Bilanz verhagelt. Der Stahlkonzern wies für das vergangene Jahr einen Verlust vor Steuern von 29 Mio. Euro aus und verfehlte damit seine eigene Prognose. Vor Jahresfrist hatte bei Salzgitter noch ein Gewinn vor Steuern von 201,6 Mio. Euro zu Buche gestanden. Unter dem Strich summierte sich der Verlust auf Basis vorläufiger Zahlen auf knapp 100 Mio. Euro - nach einem Gewinn von 236 Mio. Euro im Jahr 2011.

Der nach ThyssenKrupp zweitgrößte deutsche Stahlkocher hatte erst Anfang November seine Gewinnprognose kassiert. Er kündigte damals für das Gesamtjahr ein "in etwa" ausgeglichenes Vorsteuerergebnis an.

Weniger Bestellungen

Die Stahlindustrie um Weltmarktführer ArcelorMittal steckt in einer Krise. Die Kunden in Europa halten sich wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung mit den Bestellungen zurück und bauen stattdessen ihre Lager ab. In Spanien und anderen hoch verschuldeten Staaten Südeuropas ist wegen des von den Regierungen verordneten Sparkurses die Nachfrage regelrecht eingebrochen. Zudem gibt es noch Überkapazitäten. ArcelorMittal muss wegen der schwachen Entwicklung 4,3 Mrd. Dollar auf den Wert seines Europageschäfts abschreiben, wie der Branchenprimus im Dezember ankündigte.

In Deutschland erwarten die Hersteller für 2013 nur ein Mini-Wachstum bei der Produktion des Werkstoffs. Bei ThyssenKrupp Steel Europe sind seit August rund 2000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Der Konzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 im europäischen Stahlgeschäft einen bereinigten operativen Gewinn (Ebit) von 247 Mio. Euro ausgewiesen. ThyssenKrupp will am 12. Februar die Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) vorlegen. Salzgitter will die endgültigen Zahlen am 27. Februar präsentieren.

Den Umsatz konnte der Konzern im vergangenen Jahr immerhin steigern. Die Erlöse kletterten auf knapp 10,4 Mrd. Euro nach 9,8 Mrd. Euro 2011. Salzgitter-Aktien schlossen mit einem Minus von 1,8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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