Der Optimismus wächstSalzgitter traut sich mehr zu
Salzgitter profitiert von der Konjunkturerholung und weist nach drei Vierteln des Geschäftsjahres einen kleinen Gewinn aus. Auch für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit schwarzen Zahlen.
Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter schreibt nach einer längeren Durststrecke wieder schwarze Zahlen und blickt etwas optimistischer in die Zukunft. Der Konkurrent des deutschen Branchenprimus ThyssenKrupp erzwirtschaftete in den ersten neun Monaten des Jahres einen Nachsteuergewinn von 3,9 Mio. Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Verlust von 232 Mio. Euro in den Büchern stand.
Im Gesamtjahr sei ein Vorsteuergewinn "im niedrigen zweistelligen Millionenbereich" möglich, gab sich das Management zuversichtlich. Zuletzt hatte der Konzern nur ein Erreichen schwarzer Zahlen beim Vorsteuerergebnis in Aussicht gestellt.
Die Salzgitter-Gruppe habe in den ersten neun Monaten "spürbar von der allgemeinen Konjunkturerholung profitiert", hieß es. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent auf 6,1 Mrd. Euro. Im dritten Quartal verbuchte Salzgitter dabei ein Plus von 18 Prozent auf rund 2,2 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis legte deutlich auf 5,7 Mio. Euro zu, nachdem vor Jahresfrist noch ein hoher Verlust von 261 Mio. Euro angefallen war.
Die Stahlkonzerne können dem Branchenverband Wirtschaftsvereinigung Stahl zufolge 2010 mit einem Wachstum der Rohstahlproduktion in Deutschland um etwa 35 Prozent auf knapp 44 Mio. Tonnen rechnen. Die Produktion der Schwerindustrie war in Folge der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr eingebrochen. Wichtige Kunden aus Automobilindustrie und Maschinenbau haben in den vergangenen Monaten jedoch deutlich zugelegt und rennen der Stahlbranche trotz Preiserhöhungen die Türen ein.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres produzierten die Stahlkocher in Deutschland bereits so viel von dem Werkstoff wie in dem gesamten Krisenjahr 2009. Auch Salzgitter konnte vom Wachstum profitieren.