Wirtschaft
Ein Salzgitter-Stahlwerker schaufelt nach dem Anstich eines Hochofens Sand in den Fluss des glühenden Stahls.
Ein Salzgitter-Stahlwerker schaufelt nach dem Anstich eines Hochofens Sand in den Fluss des glühenden Stahls.(Foto: picture alliance / dpa)

Stahlkrise grassiert weiter : Salzgitter weitet Verluste aus

2013 geht als Jahr der roten Zahlen in die Geschichte der Salzgitter AG ein. Die Niedersachsen verzeichnen einen Vorsteuerverlust von fast einer halben Milliarde Euro. Der Konzern reagiert mit einem Sparprogramm.

Der Stahlkocher Salzgitter hat die Talfahrt im Schlussquartal beschleunigt. Von Oktober bis Dezember belief sich der Vorsteuerverlust auf 114,8 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern mitteilte. Im Vorquartal waren es minus 64,3 Millionen Euro. Analysten hatten für das Schlussquartal mit einem Verlust von 114 Millionen Euro gerechnet.

Im Gesamtjahr fuhren die Niedersachsen, die an der Kupferhütte Aurubis maßgeblich beteiligt sind, vor Steuern einen Verlust von 477,8 Millionen Euro ein. Darin enthalten sind 54,6 Millionen Euro an Sonderaufwand für das Sanierungsprogramm "Salzgitter AG 2015", mit dem der ThyssenKrupp-Rivale aus der Krise kommen will. Bereinigt um diese Kosten lag der Vorsteuerverlust über dem vom Management prognostizierten Wert von 400 Millionen Euro.

Der Vorstand hatte dem Konzern angesichts der Stahlkrise eine Rosskur verordnet - mehr als 1500 der gut 23.000 Vollzeitstellen sollen wegfallen. Salzgitter will durch sein Sparprogramm nach früheren Angaben das Ergebnis jährlich um über 200 Millionen Euro verbessern.

Für das laufende Jahr nimmt sich das Management vor, den Umsatz auf etwa zehn (Vorjahr: 9,2) Milliarden Euro zu steigern und peilt ein Vorsteuergebnis nahe der Gewinnschwelle an.

Lang anhaltende Krise befürchtet

Vom Stahlmarkt hat sich Salzgitter bislang kaum Besserung erhofft: Die Stahlkrise könne schlimmstenfalls noch sieben Jahre andauern, hatte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann dem Wall Street Journal Deutschland im September gesagt. Der Konzern reagiert mit dem Sparprogramm "Salzgitter 2015", das die jährlichen Kosten um etwa 200 Millionen Euro senken soll.

Zudem dürfte der im Januar erteilte Auftrag zur Lieferung von Teilen der Southstream-Pipeline bei der Salzgitter-Beteiligung Europipe für bessere Geschäfte sorgen. Der Konzern stellte unter anderem deshalb nun für das Gesamtjahr 2014 ein deutlich gesteigertes Vorsteuerergebnis nahe dem Breakeven in Aussicht. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll "moderat positiv" ausfallen. Beim Umsatz will das Unternehmen wieder die Marke von 10 Milliarden Euro erreichen.

Quelle: n-tv.de

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