Wirtschaft
Samsung-Vize Lee Jae-Yong: Schlüsselfigur im Korruptionsskandal?
Samsung-Vize Lee Jae-Yong: Schlüsselfigur im Korruptionsskandal?(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 12. Januar 2017

Konzernerbe wird zum Problem: Samsung droht Gefahr

Nun rückt auch der Elektronikriese Samsung ins Visier der Fahnder: Konzern-Vize Lee wird von den Behörden im laufenden Korruptionsskandal um Präsidentin Park befragt. Er könnte im Zentrum der Machenschaften stehen.

Das Debakel um brennende Akkus hat Samsung so gerade noch einmal wegstecken können – für das vergangene Jahr bilanzieren die Südkoreaner eine Rekord-Marge und reißen die Krone der Technikwelt an sich. Doch der Skandal um die zum Rücktritt gezwungene südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye könnte nun auch für den Konzern zum Risiko werden. 

Denn am Donnerstag wollen südkoreanische Behörden Konzern-Erbe Lee Jae-Yong befragen. Er gilt im Korruptionsfall als möglicher Verdächtiger. Immerhin ist laut Experten mit der Bestechung der Regierung die Macht Lees zementiert worden.

Samsung gilt durch die verstrickte Konzernstruktur immer noch als "Chaebol", wie Familienunternehmen in Südkorea genannt werden. Lees Vater liegt seit zwei Jahren schwerkrank im Koma. Doch die Machtübernahme des Primus wurde von einem Skandal durchkreuzt.

Pensionsfonds ist die Verbindung

Der staatliche Pensionsfonds NPS soll 2013 einer weichenstellenden Fusion zweier Samsung-Töchter nur zugestimmt haben, weil unter anderem eine Vertraute der Präsidentin ein millionenschweres Pony für ihre Tochter geschenkt bekam. Auch andere vermeintliche Vergünstigungen kamen ans Licht.

NPS ist gleichzeitig größter Aktionär bei Samsung. Da liegt der Verdacht nah, dass Samsung selbst Schmiergelder organisiert haben könnte, um für besagte Fusion von der Regierung das Okay zu bekommen. Die Behörden durchsuchten deshalb mehrmals Geschäftsräume von Samsung. Und Vize Lee beweist in der Außendarstellung bislang kein glückliches Händchen: Er schweigt beharrlich und wird zum Magnet immer neuer Anschuldigungen.

Die Frage, welche die Behörde nun klären will: Wie tief ist das größte Firmenkonglomerat des Landes in den politischen Skandal verwickelt? Einen Haftbefehl gegen Lee schließen die Behörden jedenfalls nicht aus: "Alles ist möglich", sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Quelle: n-tv.de

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