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Handyriese profitiert von Speicherchip-Boom: Samsung mit smartem Gewinnwachstum

Die Smartphone-Konkurrenz wächst. Die spürt auch der Marktführer Samsung. Zwar setzt der Apple-Konkurrent im abgelaufenen Quartal nach Schätzungen fast 90 Millionen Geräte ab, allerdings wohl erstmals mehr preiswerte als Premiumgeräte. Dennoch: Unterm Strich steht ein Rekord.

Dank der florierenden Geschäfte mit Speicherchips wartet Samsung Electronics mit einem deutlichen Gewinnanstieg im dritten Quartal auf. Der Nettogewinn kletterte binnen Jahresfrist um 26 Prozent auf 8,24 Billionen Won (5,6 Milliarden Euro), wie der Apple-Konkurrent und nach Marktwert größte Konzern in Südkorea mitteilte. Damit brach das Unternehmen seinen bisherigen Gewinnrekord aus dem zweiten Quartal in Höhe von 7,77 Billionen Won.

Der operative Gewinn stieg auf 10,16 Billionen Won (etwa 6,9 Milliarden Euro). Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 59,1 Billionen Won.

Die Gewinnspannen im Smartphone-Geschäft sinken zwar, dafür haben sich die Margen im Geschäft mit Speicherchips im vergangenen Jahr verdoppelt. Wie wichtig die Chipsparte für Samsung inzwischen ist, lässt sich auch am operativen Gewinn ablesen: Der Verkauf sogenannter Speicher- und Logikchips steuert inzwischen rund ein Fünftel zum gesamten Betriebsgewinn bei.

Der Verkauf mobiler Geräte machte im dritten Quartal immer noch zwei Drittel des operativen Gewinns aus. Das Geschäft wächst jedoch langsamer, weil die Konkurrenz im Markt für hochwertigere Smartphones zunimmt und die Preise sinken.

Der südkoreanische Rivale LG Electronics meldete einen Nettogewinnrückgang um 34 Prozent im dritten Quartal; der operative Verlust im Geschäft mit mobilen Geräten habe sich gegenüber dem Vorjahr wegen der harschen Konkurrenz am Markt drastisch ausgeweitet, teilte LG mit.

Wachstum gegen Wettbewerber

"Obwohl wir damit rechnen, dass sich die Nachfrage im nächsten Quartal im Zuge der Hauptverkaufssaison erhöht, werden die anhaltenden makroökonomischen Probleme und der sich verschärfende Wettbewerb am Markt im vierten Quartal bestehen bleiben", sagte Robert Yi, Chef der Investor-Relations-Abteilung bei Samsung.

Das Gewinnwachstum im mobilen Geschäft hat sich verlangsamt, macht aber immer noch den Löwenanteil des gesamten Betriebsgewinns von Samsung aus. Handys und Telekomzubehör tragen zwei Drittel zum Gesamtgewinn bei. Die operative Gewinnspanne in der Sparte für mobile Kommunikation sank jedoch leicht von 18,8 Prozent auf 18,3 Prozent.

Analysten schätzen, dass Samsung im Berichtsquartal zwischen 85 Millionen und 89 Millionen Smartphones verkauft hat. Darunter fällt auch das neueste Vorzeigetelefon Galaxy S4. Die Experten rechnen jedoch damit, dass billigere Smartphones inzwischen einen größeren Anteil an den Verkäufen ausmachen, was die Margen gedrückt haben dürfte. Die Preise sogenannter Premium-Telefone sinken, was Samsung auch noch im vierten Quartal zu schaffen machen dürfte.

Quelle: n-tv.de

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